Mobiles Arbeiten bleibt — schaffen wir Barrierefreiheit im Home-Office

Mobiles Arbeiten bleibt — schaffen wir Barrierefreiheit im Home-Office

Egal, wo Sie normalerweise arbeiten, höchstwahrscheinlich lesen Sie diesen Beitrag gerade zu Hause. Inmitten der Coronavirus-Pandemie verlangen 88 % der Unternehmen weltweit und ein Drittel der deutschen Arbeitgeber, dass ihre Angestellten zu Hause arbeiten. Auch wenn die Welt wieder zur Normalität zurückkehrt, wird das Home-Office nicht verschwinden. Aus diesem Grund muss Barrierefreiheit eine Priorität werden.  

Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 15 % der Weltbevölkerung eine Form von Behinderung haben, sichtbar oder nicht. Es reicht nicht aus, Lösungen für die vermeintliche Mehrheit Ihrer Belegschaft zu schaffen — jede Initiative für mobiles Arbeiten muss Barrierefreiheit in Betracht ziehen. 

Mobiles Arbeiten ist kein neues Konzept. Wie großflächig es allerdings nun im Zuge von COVID-19 betrieben wird, ist neu. Und es gibt Kinderkrankheiten: für viele verschwimmen die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben, was zu einer Verstärkung traditioneller Rollen und Aufgabenverteilung führen kann und sich insbesondere auf Frauen negativ auswirkt. Auch bei der Ausstattung für die Arbeit zu Hause ist bei vielen noch Luft nach oben.

Was den Wünschen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach mehr Unterstützung und besserer Ausstattung zugrunde liegt, ist der Wunsch nach mehr Barrierefreiheit.

Die Relevanz von Barrierefreiheit und Inklusivität

Inklusivität ist eine Entscheidung, die im Unternehmen getroffen wird. Diese Entscheidung — für Prozesse und Regelungen, die unterrepräsentierte Gruppen fördern — wirken sich auf Ihre alltäglichen Unternehmensentscheidungen aus.

Inklusivität deckt mehr ab als Barrierefreiheit, beide Konzepte sind aber untrennbar verbunden. Wenn wir Strategien entwickeln und dabei nur unsere eigene Perspektive in Betracht ziehen, dann werden sie zu kurz kommen, egal wie offen wir versuchen zu sein. Da zahlt sich ein inklusiver Ansatz aus.

In einem umfassenden Bericht zu über 50 Organisationen fand Deloitte heraus, dass Unternehmen mit inklusiven Unternehmenskulturen:

  • 2-mal so häufig ihre finanziellen Ziele erreichen oder übertreffen
  • 3-mal so häufig sehr hohe Leistung aufweisen
  • 8-mal so häufig bessere Geschäftsergebnisse vorweisen

Wenn man jetzt das Ziel setzt, mehr Inklusivität und Barrierefreiheit am Arbeitsplatz zu schaffen, nur um die Geschäftsergebnisse zu verbessern, wäre das falsch. Stattdessen betonen diese Zahlen eher, wie positiv die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen darauf reagieren, wenn jede Person im Unternehmen respektiert und einbezogen wird. Wenn nur die Mehrheit in Ihrem Unternehmen die Möglichkeit hat, ganz sie selbst zu sein, bringt das nichts — solange das nicht universell ist, wird das Mitarbeiter-Engagement Ihrer Belegschaft trotzdem sinken.  

Die Begrifflichkeiten der Barrierefreiheit verstehen

Wir bei Peakon glauben, dass intelligente Feedbackbackprozesse der erste Schritt hin zu Arbeitsplätzen mit mehr Barrierefreiheit sind. Wenn Sie allerdings nicht die richtigen Begriffe zur Verfügung haben, um ein Gespräch über Barrierefreiheit zu verstehen, wie sollen Sie dann ein solches Gespräch führen und das Feedback Ihrer Angestellten verstehen? Deshalb wollen wir erst einmal die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, bevor wir weiter über mobiles Arbeiten sprechen.

Barrierefreiheit definieren

Barrierefreiheit bedeutet einfach ausgedrückt, dass allen Personen die gleichen Erfahrungen zur Verfügung stehen. Ein barrierefreier Arbeitsplatz hat integrierte Zugänge für Rollstuhlfahrer und barrierefreie Webseiten sind so aufgebaut, dass sie mit Screenreader-Programmen reibungslos genutzt werden können.

Inklusivität förderndes Design

Wenn Barrierefreiheit das Ziel ist, dann ist Design der Weg dahin. Design, das Inklusivität fördert, zieht das gesamte Spektrum der Menschen in Betracht, die Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung in Anspruch nehmen. Die Bedürfnisse jeder einzelnen Person werden dabei berücksichtigt. Dazu können Prozesse genutzt werden, bei denen fallspezifisch vorgegangen wird.

Mobiles Arbeiten: eine neue Normalität

Im letzten Jahr ist die Notwendigkeit für Home-Office-Optionen überall deutlich gestiegen. Solange viele Länder noch immer im Lockdown stecken, wird mobiles Arbeiten weiterhin verbreitet sein. Die Veränderung in diese Richtung hat sich allerdings bereits einige Zeit angekündigt. In unserem Employee Expectations Report 2020 fanden wir heraus, dass 99 % der Befragten einen Teil ihrer Arbeitszeit zu Hause ableisten würden, wenn sie die Wahl hätten. Flexible Regelungen werden uns also in Zukunft dauerhaft begleiten.

Da die Entscheidung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zu Hause arbeiten zu lassen, nun in Krisenzeiten getroffen wurde, wurden die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen dabei nicht immer von Anfang an berücksichtigt. In Zukunft müssen wir die unterschiedlichen Bedingungen in Betracht ziehen, die der Arbeit von zu Hause eigen sind, und sicherstellen, dass diese Veränderung zu einer positiven Veränderung wird. 

Probleme der Barrierefreiheit im Kontext des Home-Office

Barrierefreiheit an sich ist kein Problem — es geht eher darum, dass Ihr Unternehmen den Bedürfnissen der Angestellten gerecht wird. Die folgenden Punkte sollten also eher als Möglichkeiten zur Verbesserung im Unternehmen gesehen werden.

Mobiles Arbeiten ist eine Chance für mehr Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit für Menschen mit Behinderungen — wenn Sie diese Chance wahrnehmen. Ohne die Einschränkungen der physischen Arbeitsumgebung können Ihre Mitarbeiterinnen die Arbeit so angehen, wie sie es für richtig und am besten halten.  

1. Die Grenzen des Arbeitsplatzes zu Hause

Die Krux von Barrierefreiheit ist es, Annahmen zu vermeiden: Nur weil jemand im Büro in der Lage ist, seine Arbeit zu erledigen, heißt es nicht, dass es zu Hause genauso funktioniert. Sprechen Sie mit den Mitarbeitern im Unternehmen, die Behinderungen haben, und geben Sie Ihnen Gelegenheit, Anstöße zu geben. Das bezieht sich nicht nur auf ihre Ausstattung — bedenken Sie auch die Bedürfnisse Ihrer Angestellten mit geistigen Behinderungen.  

2. Die technologischen Einschränkungen

Technologie hat das Potenzial, Gleichberechtigung zwischen Ihren Angestellten zu vergrößern. Das funktioniert jedoch nur, wenn Ihr Unternehmen Zeit investiert und die nötigen Lösungen recherchiert. Dazu können Software-Lösungen, die Hintergrundgeräusche für Schwerhörige minimieren, oder Technologie, die barrierefreien Zugang für virtuelle Whiteboard-Aufgaben sicherstellt, gehören. Das Wichtigste ist, dass Ihre Mitarbeiterinnen Gelegenheit bekommen, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren.

3. Die Gefahr von Annahmen

Ohne direkte persönliche Interaktionen ist es leicht anzunehmen, dass die Person am anderen Ende der Slack-Nachricht oder E-Mail eine ähnliche Erfahrung im Leben macht wie man selbst. An dieser Stelle werden Annahmen zum Problem. Bei diesem Punkt muss keine Software oder Ausstattung erworben, sondern vielmehr Bewusstsein geschaffen werden. Das kann mit Hilfe von Weiterbildungen oder regelmäßigen und verlässlichen Feedbacks erreicht werden. 

Die Vorteile des mobilen Arbeitens für die Barrierefreiheit

Barrierefreiheit ist nicht erreicht, nur weil die Erfahrungen und Meinungen aller in Betracht gezogen werden. Es geht darum, Chancengerechtigkeit herzustellen, indem die verfügbaren Werkzeuge genutzt werden. Gemeinsam können wir eine Arbeitswelt schaffen, in der Inklusivität Standard ist.

1. Physische Grenzen entfernen

Das ist der offensichtlichste Vorteil aber auch ein sehr wichtiger. Ob es nun um die weiterhin begrenzte Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer in vielen Bürogebäuden oder um die Hürde für Menschen mit Angststörung geht, den voll gepackten öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. In diesen Fällen ist die Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, Gold wert. Das ist auch der Grund dafür, dass die weltweiten Engagement-Werte in Bezug auf mobiles Arbeiten um 6 % zugelegt haben — sogar in Zeiten einer Pandemie.

Weltweit sind die Engagement-Werte in Bezug auf mobiles Arbeiten um 6 % im Jahr 2020 gestiegen.

Peakon

2. Vorurteile und Voreingenommenheit reduzieren

Um gegen tief verwurzelte Vorurteile vorzugehen, braucht es mehr als den digitalen Arbeitsplatz, es ist jedoch ein Anfang. Sie müssen an der Wurzel angegangen werden, Plattformen für die Kommunikation am Arbeitsplatz bieten jedoch allen Personen die Möglichkeit zum Austausch auf Augenhöhe — und die Instrumente, sich so präsentieren, wie man es wünscht.

3. Mehr Optionen für Einstellungen

Wenn mobiles Arbeiten zur Priorität wird, dann erweitert sich damit auch das Einzugsgebiet potenzieller Bewerber bei Stellenausschreibungen. Mobiles Arbeiten ist die perfekte Lösung für eine Reihe bürobasierter Probleme: sei es die Notwendigkeit physischer Barrierefreiheit, häufigerer Pausen oder anderer Punkte. Das zahlt sich auf ganzer Strecke aus, denn Einstellungen beziehen sich jetzt nicht mehr auf bestimmte geografische Regionen. Darüber hinaus senken Sie auch noch die Mitarbeiterfluktuation.

Die barrierefreie Zukunft der Arbeit

Inklusive Unternehmensstrategien erkennen an, dass die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse einer einzelnen Person sich auf ganzer Linie auszahlen. Ein Kernprinzip inklusiven Designs ist: Für einen lösen, vielen helfen. Deshalb ist Barrierefreiheit nicht Design für Menschen mit Behinderungen — es ist einfach nur gutes Design. 

Der erste Schritt ist einfach: Hören Sie Ihren Angestellten zu. Diese neue Arbeitswelt ist für uns alle neu. Die alljährliche Mitarbeiterbefragung reicht da nicht mehr aus. Wir müssen unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen regelmäßig Gehör schenken und das auch, wenn sie sich nicht im Büro aufhalten.

Mit Peakon Include können Sie nicht nur Feedback einholen, Sie können auch dafür sorgen, dass alle Gruppen dieselbe Unterstützung erhalten. Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, wie Sie Barrierefreiheit fest in Ihren Arbeitsplatz integrieren, buchen Sie noch heute eine Demo mit unserem Team.