Warum die richtigen Pronomen besonders im Home-Office wichtig sind

Warum die richtigen Pronomen besonders im Home-Office wichtig sind

Respekt ist die Grundlage für Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion. Dazu zählt ganz explizit, die richtigen Pronomen zu verwenden, wenn man über eine andere Person spricht. Nahezu 20 % aller Amerikaner kennen jemanden, der ein Pronomen bevorzugt, das nicht er oder sie entspricht. Höchstwahrscheinlich ist die Dunkelziffer hoch und die tatsächliche Zahl liegt noch deutlich darüber.

Das Potenzial der fehlenden Sichtbarkeit bedeutet, dass die Verwendung genderneutraler bzw. genderbewusster Sprache und Pronomen ausschlaggebend sind für Inklusion. Viel zu lange haben viel zu viele sich dieser Thematik verwehrt, die ihrer Meinung nach nicht sie selbst betraf. Natürlich stimmt das so nicht. 

Eine Studie von The Trevor Project aus dem Jahr 2020 fand heraus, dass 25 % der LGBTQ-Community (zwischen 13-24) in den USA Pronomen verwenden, die nicht-binär sind. Gleichzeitig sagten nur 20 % der befragten transgender und nicht-binären jungen Menschen, dass ihre Pronomen von allen oder der Mehrheit der Menschen in ihrem Umfeld respektiert werden. Das ist eine deutliche Diskrepanz.

Der erste Schritt ist zum Glück ganz einfach: die eigenen Pronomen festlegen. 

Sprache schließt sehr häufig die Menschen aus, die sich nicht eindeutig als weiblich oder männlich identifizieren — darüber muss man sich im Klaren sein. Empathie und Verständnis sind die Eckpfeiler für erfolgreiche Initiativen zur Förderung von Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion. Das beginnt mit einer Definition.

Was sind geschlechtsspezifische Pronomen?

Wenn wir darüber sprechen, warum die Verwendung der richtigen Pronomen so wichtig ist, müssen wir sicherstellen, dass wir die Terminologie richtig verstehen. Aus diesem Grund betonen wir, wie wichtig es ist, Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion zu definieren. Es mag einfach erscheinen, wird jedoch sofort zu gesteigertem Bewusstsein führen und Inklusion fördern.

  • Ein Pronomen ist ein Stellvertreterwort, um sich auf jemanden zu beziehen und dabei nicht das eigentliche Substantiv zu verwenden, z. B. ich, du, sie. 
  • Pronomen, die spezifisch das Geschlecht der Person identifizieren, auf die sie sich beziehen, sind z. B. sie/er, ihr/sein.
  • Menschen, die sich als transgender oder nicht-binär identifizieren, nutzen möglicherweise Pronomen, die nicht auf das Geschlecht schließen lassen (sogenannte geschlechtsneutrale Pronomen), z. B. im anglophonen Raum die typische Verwendung von „they“, im deutschsprachigen Raum gibt es verschiedene Ansätze wie das Pronomen „xier“ oder die einfache Vermeidung von geschlechtsspezifischen Pronomen, wenn möglich.

Manche Sprachen haben gar keine geschlechtsspezifischen Pronomen, andere bevorzugen geschlechtsneutrale Pronomen. Für die Zwecke dieses Artikels wollen wir uns auf englischsprachige und deutschsprachige Ansätze konzentrieren, da im englischsprachigen Raum die Debatte um geschlechtsneutrale Pronomen am intensivsten geführt wird.

Nur 20 % der befragten transgender und nicht-binären jungen Menschen sagten, dass ihre Pronomen von allen oder der Mehrheit der Menschen in ihrem Umfeld respektiert werden.

National Survey zu LGBTQ Youth Mental Health 2020, The Trevor Project

Warum sind die richtigen Pronomen wichtig?

Eine inklusive Umgebung ist eine Umgebung, in der alle Personen sie selbst sein können, in der sie aufblühen und keine Vorurteile fürchten müssen. Wenn die Verwendung genderneutraler Pronomen von Einzelnen gewünscht ist, dann wird dieser Wunsch in einer inklusiven Arbeitsumgebung respektiert.

Viele Menschen machen sich möglicherweise nie Gedanken darüber, mit welchem Pronomen auf sie Bezug genommen wird. Inklusion zu pflegen bedeutet jedoch, über solche privilegierten Umstände hinaus zu blicken und die Situation anderer Menschen anzuerkennen und zu respektieren. Wenn man das Geschlecht einer anderen Person auf Grundlage des Aussehens einfach annimmt, kann das einen zentralen Teil ihrer Identität nicht missachten, sie fühlen sich ausgeschlossen und nicht respektvoll behandelt.

Deshalb ist es so wichtig, gegen Mikroaggressionen vorzugehen und eine inklusivere Arbeitsumgebung für alle zu schaffen.

Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion bieten viele Vorteile. Der wichtigste ist aber wohl, den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Gefühl zu geben, dass ihnen zugehört wird. Sie können dieses Gefühl nicht bekommen, solange Sie nicht wissen, wie Sie sie richtig ansprechen.

Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion bieten viele Vorteile. Der wichtigste ist aber wohl, den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Gefühl zu geben, dass ihnen zugehört wird.

Peakon

Warum der Begriff „bevorzugtes Pronomen“ veraltet ist

Sie haben womöglich den Begriff „bevorzugtes Pronomen“ schon einmal gehört. Diese Bezeichnung ist jedoch mittlerweile veraltet. Ein Pronomen ist ein Pronomen. Eine Unterscheidung basierend auf Präferenzen impliziert, dass die Verwendung des richtigen Pronomens keine Notwendigkeit darstellt. Das tut sie jedoch. Deshalb bezeichnen wir sie einfach als Pronomen und sprechen nicht mehr über bevorzugte Pronomen.  

Warum die richtige Verwendung von Pronomen im Home-Office wichtig ist

Wenn unsere Arbeitsweisen stärker zum hybriden Arbeitsmodell übergeht, bei denen die Beschäftigten ihre Zeit zwischen der gemeinsamen Arbeitsumgebung und zu Hause aufteilen, wird es wichtiger denn je mitzuteilen, welche Pronomen individuell gewünscht sind.

Im Zuge des Übergangs zur digitalen Arbeitsumgebung muss darauf geachtet werden, dass negative Annahmen über andere Personen nicht zunehmen. Wenn Pronomen auf Grundlage des Avatars oder des Profilbildes einer Person gewählt werden, dann steigt das Risiko, die falsche Bezeichnung zu wählen, dramatisch an. Deshalb müssen Unternehmen eine Unternehmenskultur pflegen, in der sich alle wohl dabei fühlen, ihre Pronomen mitzuteilen.

Dazu gehört auch, die eigenen Pronomen mitzuteilen auch wenn man selbst ein/eine Cisgender ist, d. h. auch wenn man sich selbst mit dem Geschlecht identifiziert, das einem bei der Geburt zugeteilt wurde. Wenn nur transgender oder nicht-binäre Personen ihre Pronomen mitteilen, kann das zu Ächtung und Ausschluss führen. Inklusivität bedeutet, es zur Normalität zu machen, die eigenen Pronomen mitzuteilen, und ebenso Bewusstsein darüber zu fördern, wie wichtig die Pronomen für die einzelne Person sein können.

Es wurden bereits Bedenken geäußert, dass das Mitteilen von Pronomen dazu führen kann, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezwungen werden, sich auf starre Art und Weise selbst zu kategorisieren, auch wenn sie sich damit möglicherweise noch gar nicht wohlfühlen (und es vielleicht nie tun werden). Deshalb ist es unerlässlich, dass Pronomen auf freiwilliger Basis mitgeteilt werden.

Die Verwendung der richtigen Pronomen zur Normalität machen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Mitteilen des gewünschten Pronomens zur Normalität zu machen. Im digitalen Kontext gibt es drei besonders effektive Möglichkeiten.

  1. Slack und Kurznachrichten

Die meisten Apps für Kurznachrichten und Kommunikation am Arbeitsplatz bieten die Möglichkeit, den eigenen Benutzernamen zu bearbeiten. Wenn an dieser Stelle die Pronomen eingetragen werden, bringt das andere dazu, dasselbe zu tun — bei Peakon haben wir ein besonderes Feld für Pronomen in Slack integriert.

  1. E-Mail Signaturen

Ein einfacher Weg, um die richtigen Pronomen mitzuteilen, ist sie in die E-Mail-Signatur einzupflegen. Wenn Sie eine Abteilungsleiterin oder ein Abteilungsleiter sind, sollten Sie am besten auch eine E-Mail versenden, in der Sie erklären, warum sie die Pronomen in Ihre Signatur aufgenommen haben.

  1. Direkte Kommunikation

Wenn Sie direkt mit Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sprechen, sei es über Zoom oder persönlich, können Sie sich mit Ihrem Namen und Ihrem Pronomen vorstellen, um das Eis zu brechen. In der richtigen Umgebung können Sie die anderen bitten, dasselbe zu tun.

Es ist unerlässlich, dass Pronomen auf freiwilliger Basis mitgeteilt werden.

Peakon

Wie man nach dem Pronomen einer Person fragt

Wenn die Idee, Pronomen mitzuteilen, für Sie neu ist, dann kann es sich komisch anfühlen, danach zu fragen. Deshalb ist es immer das einfachste, selbst den ersten Schritt zu tun und so Austausch auf Augenhöhe zu fördern.

Der beste Weg danach zu fragen, ist der einfachste: versuchen Sie es so locker und so direkt wie möglich anzugehen.

  • „Welche Pronomen verwenden Sie?“ oder „Können Sie mir noch kurz sagen, welche Pronomen Sie nochmal verwenden?“

In der Gruppe können sich alle mit Namen, Position und Pronomen vorstellen, um eine gleichberechtigte Ebene zu schaffen.

  • „Hallo, ich bin Richard, ich bin Texter und meine Pronomen sind er/sein. Stellen wir uns doch alle einmal mit Namen, Position und Pronomen vor — doch nur, wenn sich alle wohl dabei fühlen!”

Was tun, wenn ich das falsche Fürwort verwende?

Eine übliche Angst ist die, das falsche Pronomen zu verwenden, insbesondere im beruflichen Kontext. Obwohl die oben genannten Schritte helfen sollten, diese Situation zu vermeiden, sie kann dennoch auftreten. Wichtig ist dann, wie man damit umgeht.

Wenn Ihnen der Fehler schnell auffällt und es ein einmaliges Vorkommnis ist, stellen Sie ihn richtig, machen Sie jedoch auch nicht mehr Aufheben als nötig. Das kann aus einer kleinen Sache eine größere machen als sie eigentlich ist. Das beste ist, darauf zu achten, dass der Fehler nicht noch einmal vorkommt.

  • „Ihre Leistung ist großartig — Entschuldigung, seine Leistung.”

Sollte Ihnen der Fehler erst später auffallen, wenn Sie ihn nicht mehr korrigieren können, gehen Sie direkt auf die betroffene Person zu und entschuldigen Sie sich. Ob die andere Person das Vorkommnis besprechen möchte, sollte bei ihr liegen.

  • „Es tut mir leid, dass ich vorhin das falsche Pronomen verwendet habe. Ich weiß, Sie verwenden ’sie/ihr‘ — das kommt nicht wieder vor.”

Wenn Ihnen auffällt, dass Sie wiederholt die falsche Bezeichnung für eine Person verwendet haben, dann ist es etwas komplizierter. Empathie und Offenheit bleiben jedoch genauso wichtig. Eine Entschuldigung wie die oben genannte ist auch hier der beste Umgang mit der Situation.

Alle machen Fehler — das wichtigste ist, die Fehelr einzugestehen und sie nicht zu wiederholen. Darüber hinaus ist es nicht die Verantwortung der transgender oder nicht-binären Person, auf das Unbehagen einzugehen, das Sie möglichweise aufgrund eines Fehlers fühlen. 

Ihrer Belegschaft Gehör verschaffen

Die oben genannten Schritte sind eine großartige Grundlage, um die richtige Verwendung von Pronomen in Ihrem Unternehmen zu fördern, das ist jedoch erst die halbe Miete. Damit der Arbeitsplatz wirklich inklusiv ist, müssen Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuhören und sichtbar auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Hier kommt eine Plattform für aktives Zuhören wie Peakon zum Tragen.

Mit Peakon können Angestellte direktes, anonymes Feedback geben. Dabei können Sie auch ihre Wahrnehmung der Initiativen zur Förderung von Diversität, Inklusion und Chancengerechtigkeit mitteilen. Außerdem können Sie persönliche Erlebnisse mit Mikroaggressionen und Pronomenverwendung besser ansprechen und sie den Führungskräften mitteilen, die in der Lage sind, etwas zu verändern.

Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, wie Peakon Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Gehör verschafft und ihnen Wertschätzung entgegenbringt, buchen Sie eine Demo mit unserem Team.