Coronavirus: Wie schafft man Zusammenhalt, wenn die Belegschaft zu Hause arbeitet?

Rick Kershaw, CPO
Coronavirus: Wie schafft man Zusammenhalt, wenn die Belegschaft zu Hause arbeitet?

Wie viele meiner Kollegen in HR-Abteilungen weltweit arbeite auch ich gerade daran, die Gesundheit unserer Mitarbeiter und gleichzeitig die unserer Organisation in einer Zeit bestmöglich zu schützen, in der aufgrund der sich ausbreitenden Pandemie des Coronavirus Unsicherheit herrscht.

Viele Unternehmen weltweit sind bereits stark betroffen und die Wirtschaft bekommt die Folgen des Virus zu spüren. Die Ratschläge und Hinweise, wie in dieser Situation zu handeln ist, ändern sich stündlich. Das einzige, das klar scheint, ist, dass es einen Plan braucht. Im Zuge dessen habe ich einige Lösungsansätze entworfen: Wir schöpfen unsere technologischen Möglichkeiten voll aus, um das Arbeiten von zu Hause möglich zu machen, und fordern unsere Mitarbeiter auf, sie wahrzunehmen. Wir führen Bewerbungsgespräche per Zoom. Wir bieten unseren Teams komplette Entscheidungsfreiheit darüber, was das Beste für sie ist – vollkommen urteilsfrei.  

Aufmerksam zuzuhören, Empathie zu zeigen und individuelle Sorgen und Bedenken anzuerkennen, ist essenziell. Das wird über das langfristige Vertrauen der Mitarbeiter in die Organisation entscheiden.

“Perfekt”, dachte ich mir, als ich die ausformulierte Nachricht an unsere Mitarbeiter nochmals überflog, um sie anschließend zu versenden. Dann kam mir jedoch der Gedanke in den Kopf: “Wird das wirklich das Mitarbeiter-Engagement unserer Teams hoch halten und unseren Erfolg in diesen Zeiten gewährleisten?” 

Erst dann gingen mir weitere, wesentliche Dinge auf, die wir im Hinterkopf behalten müssen:

1. Home Office: keine Lösung für alle

Es ist zweifelsohne großartig, dass viele Unternehmen die technischen Möglichkeiten haben, um ihren Mitarbeitern die Heimarbeit zu ermöglichen (und das wird sicherlich in den nächsten Wochen noch wichtiger). Dennoch ist es nicht unbedingt die Lösung für alle Probleme. Im Home Office zu arbeiten, funktioniert nicht für jeden – vor allem jeden Tag über einen längeren Zeitraum.

Als Menschen brauchen und wollen die meisten von uns soziale Kontakte, auch wenn nur gelegentlich. Ich persönlich werde durch Zusammenarbeit inspiriert. Wenn ich mit anderen zusammenarbeite habe ich meine besten Ideen. Videostreamingtechnologien sind wunderbar, um mit anderen über Distanzen hinweg zu konferieren. Sie lassen jedoch weniger spielerische, spontane Interaktionen zu. Und wenn es keine Grundregeln für Videokonferenzen gibt (z. B. wer das Meeting leitet), dann ist es manchmal schwierig sicherzustellen, dass jeder zu Wort kommt.   

Außerdem haben einige Mitarbeiter nicht die entsprechenden Gegebenheiten zu Hause, um produktiv zu arbeiten. Sie haben möglicherweise keine gute Internetverbindung oder keine Schreibtisch. Sie teilen sich womöglich sogar ihre Zuhause mit Mitbewohnern, die allesamt auch versuchen, von Zuhause zu arbeiten. Einen sicheren und ruhigen Ort zum Arbeiten zu finden, wird zu einem zusätzlichen Stressfaktor.

Aktuell befinden wir uns in einer Situation, in der flexible Arbeitsbedingungen zu einer Frage der Gesundheit werden und wir alle versuchen, der weiteren Ausbreitung des Virus so entgegenzuwirken. Der Übergang zur Arbeit im Home Office wird für viele eine Herausforderung darstellen. Wir müssen akzeptieren, dass es keine Universallösung gibt, und alles Mögliche tun, um auf die Bedürfnisse der Einzelnen einzugehen.  

2. Dezentrale Teams leiten

Viele Manager werden sich bald in der Situation wiederfinden (für manche zum ersten Mal), ihre Teams aus der Entfernung zu leiten. Ihre Mitarbeiter sind über das ganze Land oder sogar die ganze Welt verteilt. Dieser Umstand stellt eine gute Gelegenheit dar, um neue Erfahrungen zu sammeln und dazuzulernen. Gegebenenfalls müssen erfahrenere Manager anderen unter die Arme greifen und zusätzliche Unterstützung bieten. In diesen Fällen sind klare Ziele, regelmäßige Kommunikation und – am allerwichtigsten – Vertrauen das Erfolgsrezept für anhaltende Produktivität.

3. Zuhören – mit Einfühlungsvermögen und Aufmerksamkeit

Im Zuge der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie und ihrer Folgen werden viele von uns – wenn nicht alle – es außerdem mit neuen Herausforderungen außerhalb der Arbeit zu tun bekommen. Es gibt viel zu bedenken, wie zum Beispiel die Konsequenzen der Selbstisolation, die Pflege kranker Menschen, die Schließung von Schulen und Nahverkehr und Fragen wie „Wo kann ich Mittel zur Handdesinfektion kaufen?“.

Ich denke, dass wir uns in diesen Punkten gegenseitig im Kollegenkreis unterstützen können und so stärkeres Mitarbeiter-Engagement in der Zukunft schaffen. Aktiv zuzuhören, Empathie zu zeigen und auf die Sorgen Einzelner einzugehen, wird essenziell und entscheidend für das langfristige Vertrauen der Mitarbeiter in das Unternehmen sein.

Ich selbst habe meinen Frieden damit geschlossen, dass die nächsten Wochen und Monate von Unsicherheit geprägt sein werden und bis dato unbekannte Herausforderungen für uns alle bereithalten werden. Ich bin dennoch optimistisch, dass wir Einiges aus dieser Erfahrung mitnehmen werden. Wenn wir flexibel und agil bleiben und uns an die sich stetig ändernde Situation anpassen, können wir umso mehr darüber erfahren, was unseren Mitarbeitern wichtig ist und wie wir sie am besten unterstützen können. Und dieses Wissen wird auch zukünftig von großem Nutzen sein.

Share

Autor

Gerne werfen wir mit Ihnen gemeinsam einen Blick auf Peakon

In einer Demo führen wir Sie durch die Plattform und beantworten Ihre Fragen. Bei der Testversion können Sie Peakon selbst ausprobieren - mit unserer Hilfe.

?