Wollen Sie das hybride Arbeitsmodell einführen?Hier sind 6 Hürden, auf die Sie achten sollten

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Wollen Sie das hybride Arbeitsmodell einführen?Hier sind 6 Hürden, auf die Sie achten sollten

In letzter Zeit ist hybrides Arbeiten zu einer Art Schlagwort dafür geworden, wie das Arbeiten in Zukunft aussehen könnte.

Das hybride Arbeitsmodell wird als eine Mischung aus vollständig mobilem, teilweise mobilem und bürobasiertem Arbeiten verstanden. Dabei erhalten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann, wie und wo sie am besten arbeiten können.

Mit Blick auf die Zukunft ist das hybride Arbeitsmodell zu einer Option für viele Organisationen weltweit geworden.

Worauf sollten Sie achten, wenn Sie diese Art des Arbeitens erfolgreich in Ihrem Unternehmen einführen möchten? Kommunikation, Unterstützung der Manager und Managerinnen sowie ein Fokus auf Chancengleichheit unter den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sind zentrale Erfolgsfaktoren — warum das so ist, erklären wir im Folgenden.

Unternehmenskultur ist mehr als das Büro

Eine große Angst in Bezug auf das hybride Arbeitsmodell ist, dass es die Unternehmenskultur aushöhlt, da sich zunehmend mehr Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dazu entschließen, nicht im Büro zu arbeiten. Allerdings geht es bei Unternehmenskultur nicht darum, wo gearbeitet wird — es geht um gemeinsame Werte, Verbundenheit und Vertrauen untereinander.

Beim Übergang zu hybridem Arbeiten werden Organisationen neue Möglichkeiten finden müssen, ihre Unternehmenskultur zu pflegen und zu leben. So sorgen Sie dafür, dass ihre Angestellten sich weiterhin mit der Organisation und ihrer Mission verbunden fühlen unabhängig davon, wo und wie sie arbeiten.

Vorschlag: Bei der Unternehmenskultur geht es um die Verbundenheit Ihrer Belegschaft, nicht um das Gebäude, in dem sie arbeiten. Für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mobil arbeiten, kann es jedoch schwieriger sein, eine Beziehung zu den Kollegen und Kolleginnen im Büro aufzubauen. Der Schlüssel dazu liegt darin, dass das Unternehmen ihre mobile Belegschaft in einmalige unternehmensweite Events involviert, die dem ähneln, was die anderen im Büro erleben — wie zum Beispiel unser kürzlicher Zoomathon oder Avo Consultings virtueller Kaffeeklatsch.

Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung von Flurgesprächen

Die Meisten von uns verbrachten zumindest bis vor Kurzem einen Großteil der Zeit auf der Arbeit mit Kollegen und Kolleginnen. Wenn einige Teammitglieder jedoch vollständig mobil oder teilweise mobil arbeiten, können sie sich schnell von Besprechungen im Team ausgeschlossen fühlen, die kurz zwischendurch oder informell während des Mittagessens stattfinden.

Das kann zum Gefühl führen, etwas zu verpassen. Teammitglieder können sich ausgeschlossen fühlen oder es kann, vorsätzlich oder nicht, zur Bevorzugung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommen, die sich im Büro aufhalten.

Vorschlag: Verschiedene Alternativen für diese informellen Gespräche bei der Kaffeemaschine zu schaffen, ist essenziell, wenn das hybride Arbeitsmodell langfristig funktionieren soll. Diese formlosen Interaktionen fördern nicht nur starke kollegiale Beziehungen und ein Zugehörigkeitsgefühl. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die enge Freunde auf der Arbeit haben, zeigen höheres Mitarbeiter-Engagement und sind produktive Teammitglieder.

Zu viel Kommunikation gibt es nicht

Das hybride Arbeitsmodell stellt neue Herausforderungen dafür dar, wie Unternehmen mit ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen kommunizieren sowohl auf Organisations- als auch auf Teamebene.

Für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mobil arbeiten, ist es eventuell schwieriger, unterschiedliche Stimmen zu unterscheiden, wenn sie sich in Videokonferenzen von zu Hause einwählen, und ihnen entgehen vielleicht die Kleinigkeiten zwischen den Zeilen, die persönlich leichter zu vermitteln sind. Die erfolgreiche Einführung des hybriden Arbeitsmodells hängt von klarer Kommunikation ab, die jeden erreicht.

Auf unterster Ebene kann das bedeuten, verschiedene Plattformen zu verwenden, darunter Meetings, geteilte Dokumente, E-Mails und Kurznachrichten. Wie wir in unserer kürzlichen Podcast-Reihe erfahren haben, spielt der Ton auch eine sehr große Rolle bei dieser Art der Kommunikation.

Vorschlag: Bei Videokonferenzen verschiedener Gruppen von Kollegen und Kolleginnen können sich mobile Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schnell ausgeschlossen und außen vor fühlen — insbesondere, wenn der Großteil der Meetingteilnehmer sich im selben Raum befindet.

Das Unternehmen GitLab, das vollständig mobil tätig ist, hat eine Richtlinie eingeführt, die vorschreibt, dass alle Meetingteilnehmer sich einzeln einwählen müssen, wenn Kollegen oder Kolleginnen, die mobil arbeiten, teilnehmen. So wird sichergestellt, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dasselbe Erlebnis in Meetings haben und es bietet den mobilen Kollegen und Kolleginnen eine Kommunikationsebene auf Augenhöhe, um zur Diskussion beizutragen.

Führungskräfte müssen unterstützt werden, um hybride Teams erfolgreich zu leiten

Manager und Managerinnen sind das entscheidende Verbindungsstück zwischen den Teammitgliedern und der Organisation. Wenn Unternehmen das hybride Arbeitsmodell übernehmen, werden Führungskräfte diesen Übergang wesentlich mitgestalten, wenn sie das Modell in ihren eigenen Teams einführen.

Bevor das hybride Arbeitsmodell eingeführt wird, müssen Unternehmen ihre Manager und Managerinnen mit den Fähigkeiten ausstatten, um ihre Teams im Modus des hybriden Arbeitens zu leiten. Dazu zählt, die Kommunikationsmethoden zu verbessern und emotionale Intelligenz auszubauen sowie neue Strategien und Prozesse der effektiven Führung zu entwickeln.

Vorschlag: Wenn wir darüber nachdenken, wie Führungskräfte vorbereitet werden können, um ihre Teams zu leiten, denken wir oft an Strategie und Prozesse. Beim Übergang in eine potenziell hybride Zukunft der Arbeit werden Unternehmen ihre Führungskräfte unterstützen müssen, damit sie ihre Teams auf neue Weise unterstützen können: mit Empathie.

Organisationen müssen mit ihren Managern und Managerinnen in Bezug auf das Thema Gesundheit und Wohlbefinden transparent sein und ihnen helfen, ihre eigene Gesundheit sowie die ihrer bürobasierten und mobilen Teammitglieder zu fördern.

Die Mitarbeiter-Experience ist nie von Grund auf gleich

Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin hat seinen/ihren eigenen Weg, dafür zu sorgen, dass die Arbeit für sie oder ihn funktioniert. Das hybride Arbeitsmodell, in dem ein größerer Anteil von zu Hause arbeiten wird, verlangt Organisationen ab, dass sie die Bedingungen schaffen, damit der/die Einzelne das Beste geben kann. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob die Person im Büro oder teilweise bzw. vollständig von zu Hause aus tätig ist.

Da kommt Chancengleichheit ins Spiel. Bei Chancengleichheit geht es darum, die Bedingungen zu schaffen, damit alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dasselbe Arbeitsergebnis erreichen können. Dabei müssen die Bedürfnisse des Individuums erfüllt werden. Im Büro sind diese Bedürfnisse möglicherweise im Alltag leichter erkennbar. Wenn Organisationen das hybride Arbeitsmodell allerdings einführen möchten, dann müssen sie überlegen, wie sie eine chancengleiche Mitarbeiter-Experience für ihre gesamte Belegschaft schaffen — egal, ob sie ausschließlich mobil, teilweise mobil oder im Büro tätig sind.

Vorschlag: Eine Mitarbeiter-Experience zu schaffen, die Chancengleichheit für eine hybride Belegschaft bietet, ist daran gebunden, die Hindernisse zu verstehen und zu beheben, die den Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Weg stehen. Wo sie arbeiten, sollte dabei keine Rolle spielen.

Dazu kann zählen, Veränderungen an bestehenden Prozessen und Rahmenbedingungen herbeizuführen. Das könnte beinhalten, die Arbeitsstunden anzupassen, unterschiedliche Ausstattung anzubieten, bessere Möglichkeiten für mobile Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen anzubieten, um an Meetings oder informellen Gesprächsrunden teilzunehmen.

Mobiles Arbeiten findet nicht immer zu Hause statt

Das Konzept des mobilen Arbeitens geht mit der Annahme einher, dass die entsprechenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von zu Hause arbeiten. Obwohl das bei vielen sicherlich der Fall ist, trifft das nicht auf alle zu. Organisationen sollten sich darüber bewusst sein, dass alle, die mobil arbeiten ihre eigenen individuellen Bedürfnisse haben, um ihre Bestleistung zu geben. Für manche kann das bedeuten, nicht von zu Hause sondern an anderen Orten zu arbeiten.

Jahrzehntelange Forschung der Organisationspsychologie, wie unter anderem Clayton Alderfers ERG-Theorie, deuten darauf hin, dass die Arbeitsumgebung nicht nur für unsere Leistung entscheidend ist, sondern auch für unsere Innovation und Zusammenarbeit. Diese Anforderung muss individuell für mobile und teilweise mobile Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erfüllt werden. Nur so kann das hybride Arbeitsmodell erfolgreich eingeführt werden.

Vorschlag: Sicherzustellen, dass die mobilen Angestellten ihre Bestleistung abrufen können, hängt davon ab, dass jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin die entsprechenden Bedingungen dafür vorfindet. Künftig werden Unternehmen zusätzliche Technologie und Ausstattung (wie Schreibtische oder Monitore) bieten müssen, um den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen diese Bedingungen auch zu Hause zu bieten. Anderen müssen sie gegebenenfalls auch einen alternativen Arbeitsplatz in einem Co-working-space oder Ähnliches bieten.

Möchten Sie mehr über das hybride Arbeitsmodell erfahren? Lesen Sie das Interview mit Peakons CPO, um genauer zu erfahren, was das Modell impliziert.

Autor - Camille Hogg