Heroes of Employee Engagement: Nr. 2 Mary Parker Follett

James Young
Heroes of Employee Engagement: Nr. 2 Mary Parker Follett

Dürfen wir vorstellen: Mary Parker Follett, die “Mutter des modernen Managements” und eine Frau, die „ihrer Zeit weit voraus war“. Sie wurde in den USA in den 1860er Jahren geboren, studierte in Cambridge, stammte aus einer gut situierten Quäker-Familie und widmete ihr Leben ihrer Arbeit als Sozialarbeiterin. Zusätzlich zu alldem war sie ebenfalls eine Mitbegründerin der Theorie zu Gruppendynamiken in Organisationen.

Follett und die Organisationstheorie

Follett betrachtete Management-Theorie aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Nicht lange nach ihrem Universitätsabschluss wurde sie Sozialarbeiterin in einem der ärmsten Viertel Bostons. Dort bemerkte sie, wie das Fehlen von Gemeinschaftsräumen die Menschen um sie herum negativ beeinflusste, und rief soziale und Lerngruppen ins Leben. So nahm sie ihre Forschung von Gruppendynamiken auf.

Ihre zentrale Theorie – Individuum und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig – entsprang diesen Gemeindezentren, nicht der Chefetage. Als sie später ihre Theorien auf den Arbeitsplatz anwendete, konnte sie dort dieselben Dynamiken beobachten: Gruppen waren erfolgreicher, wenn sie ihre Aufgaben selbst bestimmen konnten und zusammen arbeiteten.

Sie entwickelte die Idee eines Führungsstils, der von „Macht durch“ und nicht „Macht über“ geprägt ist: In anderen Worten verlässt sich eine echte Führungspersönlichkeit auf Zusammenarbeit und Konfliktlösung durch Kompromissfindung. Folletts Ideen wurden sehr positiv aufgenommen: Die Frau, die vormals von einer Frauen nicht zugänglichen Harvard University abgelehnt wurde, wurde von President Roosevelt als Wirtschaftsberaterin angeheuert.

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Folletts Forschung und Mitarbeiter-Engagement 

Nach dem Tod von Follett fand ihre Forschungsarbeit zunächst einmal keine weitere Beachtung. In der Mitte des 20. Jahrhunderts keimte jedoch neues Interesse an „weicher“ Organisationstheorie auf. Dazu zählte auch Elton Mayos Human Relations Movement, die auf Follets Theorien zu Gruppendynamiken aufbaut.

Folletts unglaublich modern anmutendem Ansatz liegt eine einfache zentrale Botschaft zugrunde: Mitarbeiter sind stärker in die Organisation eingebunden, produktiver und glücklicher, wenn sie Autonomie in ihren Positionen erfahren, als intelligente Individuen behandelt werden und zusammenarbeiten dürfen.

Folletts Theorien als Engagement-Faktoren verstehen

Follett sprach sich dafür aus, dass ein Führungsmodell mit einer typischen „Chef-Figur“ an der Spitze, die Befehle gibt, in einer komplexen Organisation nie wirklich erfolgreich sein könnte. Wenn Gruppen ihre eigenen Ideen und Erfahrungen nutzen dürfen, ergibt sich daraus nicht nur eine neue Ressource für Intelligenz, sondern es bestärkt auch Mitarbeiter in ihren eigenen, individuellen Fähigkeiten.

Ein Jahrhundert nach Follett stellt sich die Frage, wie Manager heute ihre Theorien zu Gruppendynamiken anwenden können. Versuchen Sie, Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu schaffen, indem Sie Projektteams aufbauen oder Großraumbüros einrichten. Bieten Sie Mitarbeitern größere Flexibilität, Ziele auf ihre eigene Art und Weise zu erreichen: Ziele sind fest gesetzt, wie sie erreicht werden, muss es jedoch nicht sein.

Follett wird bisweilen die Prägung des Begriffes „Win-Win“ zugesprochen, die Autonomie der Mitarbeiter zu befördern ist zweifelsohne eine Win-Win-Situation sowohl für die Organisation als auch das Individuum.

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