Rückkehr zum Arbeitsplatz: Wie können Unternehmen die nächste Phase der Pandemie sicher gestalten?

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Rückkehr zum Arbeitsplatz: Wie können Unternehmen die nächste Phase der Pandemie sicher gestalten?

Ausgangssperren weltweit werden schrittweise gelockert und aufgehoben. Mit der Rückkehr zum Arbeitsplatz beginnt die nächste Phase der Coronavirus-Pandemie. Wir sprechen mit Peakons Chief People Officer Rick Kershaw darüber, wie Organisationen diese nächste, entscheidende Phase der Pandemie angehen sollten.

Welche Maßnahmen müssen Unternehmen ergreifen, um die sichere Rückkehr zum Arbeitsplatz zu gewährleisten?

Es geht darum, die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu schützen und Arbeitsschutz zu gewährleisten. Das hat oberste Priorität.

Rick Kershaw, CPO, Peakon

Es gibt unglaublich viel zu beachten. Zuerst einmal sollte man sich darüber im Klaren sein, dass sich die offiziellen Vorgaben jederzeit ändern können und je nach geografischer Lage variieren. Das ist wichtig, wenn Ihre Organisation so wie unsere an verschiedenen internationalen Standorten tätig ist. Dann muss man sich Gedanken darüber machen, wie die Wiedereröffnung der einzelnen Standorte ermöglicht werden kann und gleichzeitig die Gesundheit Ihrer Mitarbeiterinnen geschützt und Arbeitsschutz gewährleistet wird. Das hat oberste Priorität. 

Man muss sich überlegen: 

  • Fühlen sich die Mitarbeiter bereit, in welcher Position auch immer zum Arbeitsplatz zurückzukehren?
  • Können die Mitarbeiterinnen sicher zum Arbeitsplatz gelangen? 
  • Wie werden sie sich am Arbeitsplatz bewegen, insbesondere in gemeinschaftlich genutzten Bereichen?
  • Wie können Sicherheitsabstände und andere Einschränkungen eingehalten werden, die mit dem verfügbaren Platz im Gebäude im Zusammenhang stehen? Müssen Teams möglicherweise schrittweise oder nach einem Rotationsprinzip zurückkehren? 
  • Wie wird die Sitzplatzverteilung aussehen?
  • Welche zusätzlichen Hygienemaßnahmen werden benötigt?
  • Wie kann man dafür sorgen, dass die Rückkehr zum Arbeitsplatz für die Mitarbeiterinnen angenehm und sinnvoll ist?

Diese Liste ist bei Weitem nicht vollständig. Jedes Detail muss gut durchdacht werden, damit Ihre Mitarbeiter das Gefühl haben, dass es sicher ist, zur Arbeit zurückzukehren und auf Ihre Sicherheitsmaßnahmen zu vertrauen. Im gesamten Prozess ist es entscheidend, verstärkt mit den Mitarbeitern zu kommunizieren und Ihren Managern besondere Unterstützung zu bieten.

Wie können Führungskräfte die Mitarbeiter-Experience und Unternehmenskultur in diesen Zeiten schützen?

Die Frage ist, wie wir Erfolge feiern und miteinander teilen und wie wir in Verbindung bleiben.

Rick Kershaw, CPO, Peakon

Wie bei allen großen Veränderungen und Störungen gibt es ein Risiko, dass die Unternehmenskultur Schaden nimmt, wenn die Rückkehr zum Arbeitsplatz schlecht durchgeführt wird.

Deshalb haben wir bei Peakon unsere Mitarbeiterinnen gefragt, was sie sich wünschen und was für sie künftig am besten funktionieren wird. Wir erwarten, dass manche es aus verschiedenen Gründen bevorzugen, weiterhin von zu Hause zu arbeiten. Das hat Folgen, vor allem, wenn unterschiedliche Dynamiken zum Tragen kommen. Ist es allerdings nur möglich, eine Unternehmenskultur im Büro aufzubauen und zu pflegen? Da kann ich nur mit einem klaren Nein antworten. Wir müssen ganz einfach zuerst unseren Ansatz zur Arbeit im Home-Office etwas anpassen.

Es gibt Vieles, was wir da tun können, wie weiterhin unser Gemeinschaftsgefühl durch Online-Veranstaltungen und kreative Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu stärken und zu festigen. Bei Unternehmenskultur geht es jedoch um mehr. Es geht darum, wie man Erfolge feiert und miteinander teilt und auf die Traditionen aufbaut, die Peakons Basis bilden. Es geht darum, wie wir miteinander in Verbindung bleiben. Wir werden also all diese Mechanismen identifizieren, anpassen und entsprechend festigen.

Peakon ist ein Unternehmen, dem starke Unternehmenswerte zugrunde liegen, die das ganze Unternehmen prägen. Im Zuge unseres Wachstums und der Veränderungen der Arbeitswelt müssen wir diese Werte im Blick behalten und darauf achten, dass unsere Handlungen ihnen weiterhin entsprechen.  

Wie kann HR die Mitarbeiter unterstützen, die weiterhin im Home-Office bleiben?

Führungskräfte müssen Verständnis und Empathie an den Tag legen… Als Manager dürfen Sie nicht die bevorzugen, die sich in Ihrem direkten Blickfeld befinden.

Rick Kershaw, CPO, Peakon

Das Wichtigste ist, dass alle ein ähnliches oder dasselbe Erlebnis machen. Um einem wachsenden Gefühl von Ungleichheit entgegenzuwirken, wenn einige Mitarbeiter ins Büro zurückkehren, während andere noch zu Hause bleiben, sollten Führungskräfte weiterhin viel Empathie an den Tag legen und Verständnis für diejenigen zeigen, die noch zu Hause bleiben und möglicherweise immer noch mit den Herausforderungen der Kinderbetreuung und Pflege Familienangehöriger zu tun haben. 

Pflegen Sie ganz bewusst Dinge wie die Meeting-Etikette. Stellen Sie sicher, dass jeder die Gelegenheit erhält zu sprechen, insbesondere die Mitarbeiterinnen im Home-Office. Vermeiden Sie Nebengespräche, die nicht von allen verstanden werden können. Als Manger sollten Sie nicht die Mitarbeiterinnen in Ihrem direkten Blickfeld bevorzugen. Aufgaben sollten nach wie vor angemessen und fair verteilt werden. Auch Ihre Teammitglieder müssen ihren Beitrag leisten und weiterhin ehrlich äußern, wie es ihnen geht.

Das Letzte, was wir wollen, ist, dass unsere Angestellten sich in dem Prozess vergessen oder allein gelassen fühlen. Wir möchten ihnen eine gute Rückkehr zum Arbeitsplatz ermöglichen – und, dass sie sich freuen, wieder näher zusammenzurücken, auf welche Art auch immer ihnen das am sinnvollsten erscheint.

Welche Lehren nehmen Sie mit in die Arbeitswelt nach Corona?

Wenn man die Angestellten ermutigt, auf sich zu hören und das Beste für sich selbst zu tun, erhält man im Gegenzug Vertrauen, Loyalität und Engagement.

Rick Kershaw, CPO, Peakon

Das ist ganz einfach: Den Mitarbeitern die Autonomie geben, das zu tun, was für sie am besten funktioniert – völlig wertfrei. 

Das haben wir uns wirklich zu Herzen genommen, als das umfassende Arbeiten im Home-Office anfing, und den Mitarbeiterinnen Gelegenheit gegeben herauszufinden, was für sie am besten funktioniert. Wir waren für sie da, indem wir einfach gesagt haben: „Wie können wir dich dabei unterstützen, so effektiv und produktiv zu sein, wie es dir in deiner aktuellen Situation möglich ist?“ Es war herzerwärmend zu sehen, wozu das geführt hat. Wenn man die Mitarbeiter auffordert, das Beste für sich selbst zu tun, erhält man im Gegenzug Vertrauen, Loyalität und Engagement.

Was wird die nächste große Herausforderung sein?

[Die Pandemie] hat mit dem Irrglauben aufgeräumt, dass für den Erfolg eines Unternehmens alle an einem Ort sein müssen.

Rick Kershaw, CPO, Peakon

Diese Pandemie war aus vielerlei Gründen sehr schrecklich. Wir haben aber auch Einiges lernen können.

Was die Telearbeit angeht, wurde die Büchse der Pandora geöffnet. Das Geheimnis ist gelüftet. Angestellte in vielen verschiedenen Branchen können wirklich so arbeiten, wie es für sie am besten funktioniert – auch von zu Hause! Das bietet die Möglichkeit zu entscheiden, von wo man arbeiten will, und hat mit dem Irrglauben aufgeräumt, dass für den Erfolg eines Unternehmens alle am selben Ort sein müssen. 

Das bietet auch eine großartige Chance für Unternehmen, denn so können sie internationale Talente für sich gewinnen und halten.