Was wir im Lockdown über das Arbeiten gelernt haben, Teil 3: Hybrides Arbeiten

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Was wir im Lockdown über das Arbeiten gelernt haben, Teil 3: Hybrides Arbeiten

Die letzten Monate haben viele von uns dazu veranlasst, die unserer Arbeit zugrundeliegenden Strukturen zu hinterfragen. Als uns eine unerwartete Verschnaufpause von unserer täglichen Routine des Aufstehens, Pendelns, Arbeitens geboten wurde, haben viele von uns diese Freizeit für sich genutzt — sei es, um sich zu erholen, eine neue Fähigkeit zu lernen oder die Serie auf Netflix weiter zu sehen. 

Auch für uns hier bei Peakon war es nicht anders. Während der Ausgangssperre hat sich AP, unsere Product Managerin, mit ihren Nachbarn angefreundet — „wofür ich normalerweise gar keine Zeit hätte“ — und einen komplexen Prozess zur Züchtung von Sonnenblumen in ihrem Wohnzimmer eingerichtet. Customer Success Consultant Bobby hingegen hat alte Freundschaften gepflegt. Tony aus unserem Sales-Team USA nahm sich Zeit, das Mittagessen mit seiner Frau zu genießen, während Account Executive Shanice ihre Liebe für das Tanzen wieder entdeckt hat und ich selbst gelernt habe, übermäßig komplizierte Backwaren zu produzieren, die nun meinen Gefrierschrank füllen.

Die zusätzliche Zeit hat uns dazu angeregt, stärker darüber nachzudenken, welche Dinge wir in unserem Leben schätzen und wie wir uns die Arbeit in Zukunft wünschen — diese Zukunft sieht jedoch für jeden von uns anders aus.

In dieser Serie haben wir uns damit befasst, wie wir bei Peakon die letzten Monate die Arbeit empfunden haben. Dabei haben wir gesehen, wie einige Peakons die Arbeit von zu Hause voll und ganz genossen haben und andere das Büro vermisst haben. Im letzten Beitrag dieser Reihe wollen wir uns ansehen, welche Möglichkeiten es für die Arbeitswelt der Zukunft geben kann — und welche Organisationen sich möglicherweise bemühen müssen, damit die Arbeit für ihre Mitarbeiter besser funktioniert.

Während der Ausgangssperre gibt es keine visuellen Erinnerungen mehr, wenn man Personen über den Weg läuft. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir die Zeit einplanen, um diese Gespräche zu führen.

Tony, Sales-Team USA, New York

„Die Zeit im Büro sollte gezielter genutzt werden.“

„Wenn du mir Anfang März gesagt hättest, dass wir so lange von zu Hause arbeiten würden, hätte ich das eine schreckliche Vorstellung gefunden“, lacht Tony, ein Mitarbeiter im Vertrieb am Standort New York. „Mobiles Arbeiten funktioniert gut für mich und es hat mir gezeigt, dass wir unsere Zeit im Büro anders nutzen könnten.“

„Aktuell verbringen wir die meiste Zeit im Büro — und ein Großteil dieser Zeit verbringen wir an unseren Schreibtischen, wo wir allein an unseren Laptops arbeiten und nur den Raum dazu teilen“, erklärt er.

„In der Zukunft glaube ich, dass es besser wäre, standardmäßig von zu Hause zu arbeiten und gezielte Zeiten für die Arbeit im Büro einzuplanen, statt andersrum. In dem Fall würde die Zeit im Büro effektiver und gezielter genutzt, sodass man Dinge erledigt, die von der persönlichen Interaktion profitieren, wie zum Beispiel die Pflege der Beziehungen zu den Kollegen oder der Austausch von Know-how.“

„Die Ausgangssperre hat Lücken in der Kommunikation unseres Teams aufgezeigt.“

„Als anfangs alle zum Home-Office übergingen, gab es einige Probleme mit schlechter Kommunikation“, stellt AP fest. „Es waren nur Kleinigkeiten, aber es waren genau die Dinge, die man normalerweise in einem Meeting oder unter normalen Arbeitsbedingungen bemerken würde. Wir haben angefangen, alles aufzuschreiben — selbst die Dinge, die man normalerweise nicht mit den anderen teilen würde.“

Shanice, Account Executive in unserem Team in Auckland, stimmt zu: „Kommunikation war eine der Hauptursachen für Frustration in der Zeit im Home-Office“, sagt sie. „Wir hatten Teammeetings über Zoom, wenn man dabei allerdings nicht ganz bei der Sache war, bekam man wichtige Informationen nicht mit.“

„Wir stellten fest, dass unsere Kommunikation gezielter ablaufen musste, als in den Meetings alles gerade heraus zu sagen. Wir fingen an, unsere Gespräche aufzuzeichnen und sie auf Slack oder in E-Mails zu teilen, damit jeder sie zur Verfügung hatte. Jetzt, wo wir wieder im Büro sind, sind die Lücken in unserer Kommunikation aus dieser Zeit noch deutlicher erkennbar. Bisher sind jedoch noch nicht alle Mitglieder des weltweiten Teams wieder in ihren Büros, deshalb ist es besonders wichtig, Informationen zu teilen und sich um eine gute Kommunikation zu bemühen.“

„In sozialen Interaktionen müssen wir mehr Inklusion und mehr Intention an den Tag legen.“

„Vor dem Lockdown war mir nicht klar, wie unterschiedlich die Erfahrungen meiner Teamkollegen sind“, sagt Louise, Head of Customer Success in unserem Büro in Kopenhagen.

„Ich bin es gewohnt, Managerin von Teammitgliedern zu sein, die nicht am selben Standort sind wie ich. Die Zoom-Meetings haben mir geholfen zu verstehen, wie es den Teammitgliedern aus Berlin, wenn sie sich in ein Meeting einwählen und unser Team aus Kopenhagen alle zusammen in einem Raum sehen“, fügt sie hinzu. „Es fühlt sich ganz anders an, an einem Meeting teilzunehmen, bei dem man nicht vor Ort anwesend ist. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich die Zeit zu nehmen, nach den Mitarbeitern zu schauen. Ich habe so viele Nachrichten an meine Teammitglieder versandt, in denen ich sie nur nach ihrem Wohlbefinden gefragt habe.“

Tony sieht es genauso: „Im Büro laufen einem andere über den Weg und man kommt ins Gespräch. Dort passiert das spontan, jetzt muss ich da gezielter vorgehen — normalerweise würde ich definitiv keine Kalendereinladung versenden, um mit jemandem zu quatschen.“

„Wenn wir zu Hause arbeiten, ergeben sich diese spontanen Situationen nicht mehr. Deswegen denke ich, dass wir uns die Zeit nehmen müssen, um diese Gespräche trotzdem zu führen.“

„Ich weiß jetzt besser, was für mich funktioniert.“

„Meine Lektion dieser Zeit ist, dass ich die Arbeit mache, die mir passt, wenn sie mir passt“, merkt Shanice an.

„Wir haben als Team darüber gesprochen, was wir ausprobieren könnten, wenn alle wieder ins Büro zurückkehren. Dabei hatte jeder seine eigene Meinung. Viele sind sehr strukturiert und schlugen vor, bestimmte an bestimmten Tagen von zu Hause zu arbeiten — ich weiß aber, dass ich mich an so eine Regelung nicht halte.“

„Während der Ausgangssperre hat es mir Probleme gemacht, nicht wählen zu können, von wo ich arbeite, und ich war auch eine der ersten wieder zurück im Büro, weil ich einen Tapetenwechsel brauchte. Das Büro lenkt mich manchmal sehr ab, deshalb weiß ich es zu schätzen, etwas Abwechslung in meinem Arbeitsort zu haben. Ich arbeite sehr gern in Cafés oder von zu Hause, wenn ich mich sehr konzentrieren muss. Deshalb ist hybrides Arbeiten für mich zweifelsohne eine gute Option.“

„Nach der Erfahrung der Ausgangssperre weiß ich jetzt besser, was für mich funktioniert, wie ich den Ansatz an meine Bedürfnisse anpassen kann und, dass hybrides Arbeiten für mich ideal wäre.“

Warum es in Zukunft wichtig sein wird, den Mitarbeitern zuzuhören

Wir in diesen Gesprächen deutlich wurde, hat jedes unserer Teammitglieder eine ganz eigene Erfahrung mit der Arbeit zu Zeiten der Ausgangssperre gemacht und diese beeinflusst, was die Mitarbeiter künftig von ihrer Arbeit erwarten und was ihnen in ihrem Berufsleben am wichtigsten ist.

Wir haben erfahren, dass wir unsere Kommunikation anpassen und uns mehr Zeit für soziale Interaktionen – und weniger für wenig zielgerichtete Meetings – nehmen müssen, damit die Arbeit für alle Beteiligten funktioniert.

Eine Sache, die wir alle aus dieser Zeit mitnehmen, ist, dass es viele individuelle und allesamt gleichermaßen gültige Wege gibt, Arbeit und Privatleben ins Gleichgewicht zu bringen.

Wenn sich Organisationen Gedanken darüber machen, was in der Zukunft funktionieren wird, können diese Erfahrungsberichte als Erinnerung daran dienen, dass wir alle sehr unterschiedliche Erfahrungen in dieser Zeit gemacht haben. Der Schüssel wird darin liegen, wie Unternehmen ihren Mitarbeitern zuhören und auf ihre Erfahrungen reagieren und dafür sorgen, dass die Arbeit wirklich für alle Beteiligten funktioniert — sei es im Büro, zu Hause oder hybrides Arbeiten.

Wenn Sie über die Einführung eines hybriden Arbeitsmodells nachdenken, sehen Sie sich unseren Kürzlich veröffentlichten Artikel zu den üblichen Fallstricken dieser Modelle an.

Autor - Camille Hogg