5 Dinge, die wir über die Leitung von Teams, die im Home-Office arbeiten, gelernt haben

Patrick Cournoyer
5 Dinge, die wir über die Leitung von Teams, die im Home-Office arbeiten, gelernt haben

In den letzten Monaten hat die Coronavirus-Pandemie grundlegend verändert, wie wir arbeiten. Nahezu von einem auf den anderen Tag sahen sich Führungskräfte auf einmal mit der Realität konfrontiert, Teams zu leiten, die vollständig oder zumindest in großen Teilen im Home-Office arbeiten. In anderen Fällen gehörte das eigene Team auf einmal zu denen, die essenzielle Tätigkeiten ausübten und sich im Auge des Orkans befanden.

In unsere Reihe In Conversation with Patrick Cournoyer spreche ich mit Angestellten auf verschiedene Ebenen in ihren jeweiligen Organisationen, um besser zu verstehen, wie sich COVID-19 auf die Arbeitswelt auswirkt. 

In unserer ersten Folge haben wir uns mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Arbeitswelt aus Sicht eines Mitarbeiters ohne Personalverantwortung auseinandergesetzt. Heute wollen wir uns damit befassen, wie die Thematik aus der Perspektive einer Führungskraft zu betrachten ist — und wie die Pandemie unseren Führungsstil und unsere Kommunikation mit dem eigenen Teams verändert hat.

Ich spreche heute mit Joy Rees und Gabriel Dizon, zwei Managern hier bei Peakon, die ihre Teams zu Beginn der Pandemie voll und ganz aus und im Home-Office geleitet haben. Außerdem sprechen wir heute auch mit Jessica Marucci, Head of People and Places bei Catalyst Software. Sie wird uns von ihrer Erfahrung berichten, ein Team, das zu großen Teilen von zu Hause gearbeitet hat, für den Cloud-Anbieter DigitalOcean zu leiten. Klicken Sie auf Play, um das gesamte Gespräch zu hören (in englischer Sprache).

„Wenn alle zu Hause arbeiten, taucht man tatsächlich tiefer in die Leben der Mitarbeiter ein, denn wir sind de facto in ihrem Wohnzimmer. Die Teammitglieder können mehr von sich selbst zeigen als sie es im Büro tun würden.

Joy Rees, Senior Director of Customer Success bei Peakon

5 Dinge, die wir über die Leitung von Teams im Home-Office gelernt haben

Klare Kommunikation ist der Schlüssel zum erfolgreichen Management…

Beim Übergang zurück zum Büro kann es jetzt vorkommen, dass einige Teams nach wie vor von zu Hause weiter arbeiten, während andere vom Büro aus tätig sind. Deshalb empfiehlt Jessica, in diesen Zeiten einen besonderen Fokus auf die Kommunikation zu legen, und sagt sogar, dass „Manager übermäßig kommunizieren sollten“.

Das kann bedeuten, über verschiedene Plattformen zu kommunizieren, darunter Slack, E-Mail und mündliche Kommunikation, um sicherzustellen, dass die Botschaft auch wirklich ankommt.

Vor allem ist es Jessica zufolge wichtig, dass Erwartungen in Bezug auf Aufgaben und Prioritäten klar und deutlich kommuniziert werden — vor allem, wenn es um das Wohlbefinden der Mitarbeiter geht. „Wenn das alles vorbei ist, werden wir viele Fälle von Burnout sehen, wenn die Mitarbeiter in ihre Abende hinein weiterarbeiten und nicht wissen, was von ihnen erwartet wird oder ob sie genug tun,“ sagt sie. „Klare Erwartungen zu kommunizieren, ist für den Erfolg essenziell.“

…wie Sie kommunizieren zählt jedoch gleichermaßen

Weltweit werden jetzt Technologien eingesetzt, um in Teams miteinander in Verbindung zu bleiben. Jessica betont jedoch, dass „der Ton über Slack nicht so gut kommuniziert werden kann“. Deshalb weist sie darauf hin, dass Führungskräfte sich darüber im Klaren sein müssen, dass ihre Worte in Nachrichten oder E-Mails anders interpretiert oder gar missverstanden werden können, je nach dem, wie die Gefühlslage des Lesers ist.

Jessica rät deshalb, stattdessen Videokonferenzen zu Projekten abzuhalten und miteinander zu sprechen und sich zu sehen, indem die Teammitglieder aufgefordert werden, wenn möglich, ihr Video eingeschaltet zu lassen. Das steigert die Qualität der Kommunikation und sorgt für eine stärkere Präsenz der Einzelnen.

Die zwischenmenschliche Verbindung in den Teams nicht abreißen lassen

Gerade jetzt, wo wir Videotelefonie nutzen, um miteinander in Verbindung zu treten, ist es wichtiger denn je, dass die Teams auch über Projekte und Aufgaben hinaus verbunden bleiben. „Was am meisten fehlt, sind die informellen Gespräche, die im Büro normalerweise geführt werden, wenn man sich einen Kaffee oder einen Snack holt,“ stellt Joy fest. „Es ist schwierig, diese Momente zu ermöglichen, wenn alle die gesamte Zeit virtuell arbeiten.“

Joy empfiehlt, Video-Calls zum gemeinsamen Mittagessen einzurichten, damit die Teammitglieder miteinander quatschen oder voneinander lernen können — sei es zum Thema Bonsai-Pflege oder Sauerteig. Gabe sieht es genauso: „Der gemeinsame Spaß ist von unschätzbarem Wert, so bleibt man als Team verbunden.“

Im Home-Office kann man mehr über die anderen erfahren

Wie Gabe anmerkt, gibt es im Büro selten Momente, sich zu überlegen, „wie sich die Privatleben der Kollegen auf ihre Arbeit auswirken“. Die Pandemie hat das Berufliche und das Private näher zusammen gebracht und das wirkt sich, wie Gabe beobachten konnte, auf seine Teammitglieder aus.

Joy stimmt zu und fügt außerdem hinzu: „Man erhält besseren Einblick in das Leben der anderen — sie können mehr von sich selbst zeigen als es im Büro der Fall wäre. Ich hoffe, dass wir am Ende mit gefestigteren Beziehungen aus der Situation hervorgehen.“

Sie müssen eventuell Prozesse anpassen, damit die Arbeit weiterhin funktioniert

Eine Sache, die Joy und Gabe gelernt haben, ist, dass Prozesse und Strukturen, die in der Büroumgebung funktionieren, gegebenenfalls für das Home-Office angepasst werden müssen.

Für Joy hat das bedeutet, die Struktur ihrer Teammeetings anzupassen, damit jeder Gelegenheit bekommt, zu sagen, wie er oder sie sich fühlt. Denn, wie sie sagt, „wir sind alle Menschen in unseren Meetings“. Gabe, der in diesen Zeiten das Onboarding neuer Mitarbeiterinnen durchgeführt hat, musste sich etwas stärker auf direkte Lernprozesse konzentrieren: „Wir nehmen es als selbstverständlich hin, was wir alles so nebenbei lernen,“ sagt er. „Ich musste jetzt sehr gezielt Lerninhalte an mein Team weitergeben.“

Verpassen Sie nicht die nächste Folge dieser Reihe, in der ich mich mit Senior Managern darüber unterhalten werde, wie das Coronavirus sie und ihre Arbeit beeinflusst hat.

Autor - Patrick Cournoyer