Warum wir konstruktive Gespräche über die Produktivität brauchen

Avatar
Warum wir konstruktive Gespräche über die Produktivität brauchen

Am 27. Januar 2020 tauchte der erste Mitarbeiterkommentar bezüglich des Coronavirus auf der Peakon-Plattform auf. Der Kommentar — eines Mitarbeiters in einem chinesischen Unternehmen — kam vier Tage nachdem in der Stadt Wuhan die Ausgangssperre verhängt wurde und stellte das erste Anzeichen dafür dar, dass die Besorgnis um die Pandemie auch in die berufliche Sphäre eintrat.

Mit der Verbreitung des Virus stieg die Besorgnis Angestellter weltweit; was sich in einer zunehmenden Zahl von Kommentaren zum Thema zeigte. Anfang März bezogen sich 1,5 % aller Mitarbeiterkommentare auf das Coronavirus. Bis zum April nahm diese Zahl um mehr als das Doppelte zu und stieg auf 3,5 % an. Zum besseren Verständnis: Damit tauchte das Coronavirus genauso häufig in den Mitarbeiterkommentaren auf wie Begriffe wie „Manager“ und „Meetingräume“ es normalerweise tun.

Zunächst lag der Fokus der Mitarbeiterkommentare auf den direkten praktischen Erwägungen, die die Pandemie mit sich brachte, und darauf, wie die Angestellten sich vor einer Infektion schützen konnten. Im Zuge der Ausgangssperren, die Regierungen weltweit verhängten, und der Arbeit im Home-Office, die damit für viele Angestellte gleichermaßen zum Alltag wurde, verschob sich der Fokus stärker auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Befragten.

Eine vollständige Analyse der Mitarbeiterkommentare im Zusammenhang mit dem Coronavirus können Sie in unserem Bericht Wie reagieren Angestellte und Unternehmen auf COVID-19? lesen. Aktuell tun sich Angestellte jedoch vor allem mit einer Sache schwer: Produktivität oder genauer gesagt, die Wahrnehmung ihrer Produktivität durch ihre Arbeitgeber.

Angestellte weltweit sorgen sich, dass ihr Arbeitgeber ihre Produktivität nicht versteht

Mit dem Inkrafttreten der Ausgangssperre und der Eingewöhnung der Mitarbeiter in die Vollzeitarbeit im Home-Office tauchten immer häufiger Begriffe wie Familie, Ausgangssperre, Stress und Arbeitspensum in den Kommentaren in den Peakon-Umfragen auf. Das deutet darauf hin, dass Produktivität weltweit zu einem zentralen Thema für Angestellte geworden ist.

Um Unternehmen zu unterstützen und ihnen verständlich zu machen, wie sich ihre Maßnahmen im Umgang mit dem Virusausbruch auswirken, hat unser Organisational Data Science Team einen Fragenkatalog zu Corona entwickelt, den Organisationen kostenlos verwenden können. Zu diesem Fragenset gehören sechs Kernfragen, die untersuchen, wie die Mitarbeiter die Punkte Sicherheit, Produktivität und Kommunikation wahrnehmen.

  • [Unternehmen] reagiert angemessen auf die Pandemie des Coronavirus.
  • Ich erhalte regelmäßig nützliche Informationen von [Unternehmen] in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie.
  • Ich habe die notwendige Ausstattung, um auch längere Zeit von zu Hause zu arbeiten.
  • [Unternehmen] hat entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um meine eigene Sicherheit während des Ausbruchs des Coronavirus zu gewährleisten.
  • [Unternehmen] versteht, dass ich mich während der Pandemie des Coronavirus um meine Angehörigen kümmern muss, und unterstützt es.
  • [Unternehmen] versteht, wie sich die Pandemie gegebenenfalls auf meine Produktivität auswirkt.
Ergebnisse des COVID-19-Fragensets: Die Mitarbeiter sind mit der Wahrnehmung der Produktivität am unzufriedensten.

Von diesen sechs Fragen haben die befragten Mitarbeiter weltweit die niedrigsten Bewertungen dafür abgegeben, wie ihre Unternehmen ihre Produktivität wahrnehmen.

Kommunikation ist essenziell in der Unterstützung der Mitarbeiter

Als wir die Mitarbeiterkommentare zu diesem Thema genauer unter die Lupe nahmen, konnten wir weitere Erkenntnisse gewinnen. 

Die Befragungsteilnehmer, die die Frage positiv beantwortet haben, erwähnen auch gute Kommunikation, empathische Führungskräfte und viel Flexibilität in ihren Organisationen.

Zusammenhänge zwischen positiver bzw. negativer Wahrnehmung der Produktivität und dem Arbeitspensum, Flexibilität und Kommunikation.

Sehr aufschlussreich ist, dass Angestellte, die die Frage nach der erwarteten Produktivität negativ beantworteten, zusätzlich angaben, dass ihre Unternehmen entweder keine Erwartungen an die Produktivität kommuniziert hätten oder die Erwartungen nun sogar höher lagen als zuvor. Außerdem wiesen sie auf geringes Verständnis ihrer Unternehmen bezüglich der Anforderungen der Kinderbetreuung, mangelhafte Autonomie und fehlendes Vertrauen sowie wenig Empathie für Probleme der psychischen Gesundheit hin.

Kommunikation erwies sich als ein zentrales Thema und als die beste Möglichkeiten, die Mitarbeiter zu beruhigen. Offene und ehrliche Gespräche sind wichtig, um Ziele und Erwartungen festzulegen und dafür zu sorgen, dass die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu unterstützen, die mehr Zeit, Ressourcen oder Hilfestellung brauchen.

Wie Sie Ihre Mitarbeiter während der Pandemie unterstützen können

Fast eine halbe Million Antworten in Umfragen und mehr als 25.000 Mitarbeiterkommentare zeigen, dass Angestellte weltweit sich sorgen, dass ihre Arbeitgeber nicht verstehen, wie sich die Pandemie auf ihre Produktivität auswirkt. Natürlich ist Produktivität auch für Unternehmen zu einem wichtigen Thema geworden.

Organisationen rücken instinktiv verstärkt die Produktivität ihrer Mitarbeiter in den Fokus — möglicherweise mit Lösungen, die den Zeitaufwand für bestimmte Aufgaben messen. In den aktuellen stressigen Arbeitsbedingungen ist eine Unternehmenskultur, die auf Vertrauen und Autonomie beruht jedoch besonders wichtig, um das Meiste aus den Teams herauszuholen.

Psychologische Sicherheit ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur — starke Kontrolle der Mitarbeiter führt zu Gefühlen des Misstrauens und demotiviert. Ängste werden hingegen abgebaut und konstruktive Lösungen gefunden, wenn offene Gespräche über das Arbeitspensum geführt werden oder widrige Bedingungen anerkannt werden.

Während Ihre Mitarbeiter weiterhin von zu Hause arbeiten und versuchen, die Anforderungen ihres Berufs- und Privatlebens in Einklang zu bringen, brauchen sie Unterstützung und Vertrauen von der Organisation. Jeder Mitarbeiter hat es mit unterschiedlichen Bedingungen und Bedürfnissen zu tun. Es liegt an der Organisation, diese für jeden Einzelnen zu verstehen und eine Umgebung zu schaffen, in der jeder Mitarbeiter in dieser neuen Arbeitswelt erfolgreich sein kann.

Um mehr darüber zu erfahren, wie Angestellte weltweit auf COVID-19 reagieren — und was Unternehmen tun können, um ihre Mitarbeiter besser zu unterstützen — lesen Sie den vollständigen Bericht.

Share

Autor

Gerne werfen wir mit Ihnen gemeinsam einen Blick auf Peakon

In einer Demo führen wir Sie durch die Plattform und beantworten Ihre Fragen. Bei der Testversion können Sie Peakon selbst ausprobieren - mit unserer Hilfe.

?