Nachhaltigkeit gehört zu den Erwartungen Ihrer Mitarbeiter

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Nachhaltigkeit gehört zu den Erwartungen Ihrer Mitarbeiter

Umwelt- und Klimafragen sind zu einem wichtigen gesellschaftlichen Thema geworden. Von Strohhalmverboten zu Extinction Rebellion und Greta Thunberg, die Beweise, dass unser eigenes Verhalten unseren Planeten schädigt, nehmen zu und so rückt das Thema mehr und mehr in unserer Bewusstsein.

Angestoßen durch diesen globalen Dialog haben viele von uns ihre Verhaltensweisen und Gewohnheiten als Verbraucher geändert. Wir gehen Fragen wie Transportmittel und Reisen, die Herkunft unserer Nahrungsmittel und die Auswirkungen unseres Online-Shoppings auf die Umwelt bewusster denn je an.

Wir legen unsere persönlichen Werte jedoch nicht an der Bürotür ab, sondern nehmen sie mit an unseren Arbeitsplatz.

Das Unternehmen Patagonia ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Trend auch unsere Arbeitsplätze beeinflusst. Während der weltweiten Klimastreiks im September 2019 hat das Unternehmen die Arbeit niedergelegt, um seinen Mitarbeitern Gelegenheit zu geben, an den Demonstrationen teilzunehmen. Und für den Fall, dass es zu Festnahmen von Mitarbeitern im Zuge dessen kommt, sieht Patagonia vor, die Kaution der verhafteten Mitarbeiter zu bezahlen.

Patagonia ist nur ein Beispiel einer neuen Art von mitarbeiterorientierten Unternehmen, die verstehen, dass der Erfolg des Unternehmens davon abhängt, den Mitarbeitern zuzuhören und ihren Erwartungen gerecht zu werden.

Die Erwartungen der Angestellten entwickeln sich jedoch kontinuierlich weiter und es kann schwierig sein, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Dazu haben wir 14 Millionen Mitarbeiterkommentare für unseren Employee Expectations Report analysiert und die wichtigsten Erwartungen von Angestellten für das Jahr 2020 identifiziert.

Nachhaltigkeit war eine davon — und Folgendes hat unsere Analyse zum Vorschein gebracht.

Mitarbeiter sprechen Umweltthemen 52 % häufiger an

Plastik vs. Glas: die Erwartungen an Arbeitgeber sind, mehr an die Umwelt zu denken.

Sorgen um die Umwelt nehmen weltweit zu — unsere Daten zeigen das. Im letzten Jahr hat die Erwähnung von Umweltthemen durch die Teilnehmer von Mitarbeiterbefragungen um 52 % zugenommen.

Die Bekämpfung von Plastik und Einwegprodukten sowie die Verringerung des CO2-Fußabdrucks sind einige der Erwartungen, die Angestellte am häufigsten an ihre Arbeitgeber stellen. Gleichzeitig zeigte sich auch in den Kommentaren der Befragungsteilnehmer, dass 2019 das Jahr von Greta Thunberg war — dem Gesicht des jungen Aktivismus.

Sorgen um die Umwelt haben bei der Generation Z um 128 % zugenommen

Als jüngste Gruppe am aktuellen Arbeitsmarkt wird die Generation Z als die mit dem größten Bewusstsein für gesellschaftliche Fragen gehandelt — und sie stellt genau diese Erwartung an einen potenziellen Arbeitgeber. Unsere Daten belegen diese Theorie. Umweltfragen und -sorgen haben in dieser Kohorte um 128 % im letzten Jahr zugenommen. Das entspricht mehr als dem Doppelten im Vergleich zu ihren Kollegen, bei der Generation Y war eine Zunahme von 62 % zu verzeichnen.

Bei einer steigenden Anzahl von Vertretern der Generation Z am Arbeitsmarkt ändern sich die Erwartungen von Arbeitnehmer an ihre Arbeitgeber. Wenn Organisationen es versäumen, sich darauf einzustellen, laufen sie Gefahr, für diese Generation nicht attraktiv zu sein — und somit nicht von den neuen Fähigkeiten und Werten dieser jungen Arbeitnehmer zu profitieren.

Zunahme von Umweltthemen um 600 % in der Produktion

Die Erwartungen von Verbrauchern an Unternehmen ändern sich bereits, die von Arbeitnehmern ebenso.

Der Druck, umweltfreundlicher zu agieren, steigt auf Unternehmen weltweit. Es zeigt sich schon jetzt, wie diese Entwicklung auch die kleinste Ebene, den einzelnen Mitarbeiter, erreicht.

Obwohl in den meisten Branchen eine Zunahme des Umweltthemas in den Mitarbeiterkommentaren verzeichnet werden kann, sticht die Produktion mit einer Steigerung von 595 % besonders hervor. Das entspricht etwa einer sechsfachen Zunahme im Vergleich zu der Branche, mit der sie sich am besten vergleichen lässt, dem Konsumgüterbereich, bei dem sich eine Zunahme von 106 % feststellen ließ.

Die Kunden fordern nachhaltige Alternativen für die üblicherweise zur Herstellung verwendeten Rohstoffe und die Verpackung der Produkte. Vor diesem Hintergrund versucht die Produktion, sich grundlegend zu ändern— und diese Last wird auf den einzelnen Mitarbeiter übertragen.

Diese Entwicklungen treten in einer Zeit auf, in der der Produktionssektor bereits mit einem chronischen Fachkräftemangel zu kämpfen hat. Dieser bedeutet, dass es umso wichtiger wird, für junge Talente attraktiv zu sein und die Mitarbeiter halten zu können. Organisationen, denen das nicht gelingt, laufen Gefahr, ihre besten Mitarbeiter zu verlieren.

Zunahme von mehr als 200 % in Australien und Neuseeland

Buschfeuer haben letztes Jahr eine Schneise der Zerstörung in Australien und Neuseeland hinterlassen, die sich auch in unserem Datensatz niederschlägt. In Australien hat die Thematisierung von Fragen der Umwelt um 220 % und in Neuseeland um 216 % zugenommen. Das zeigt, dass das Thema im Zuge der sich verschärfenden Klimakrise zweifelsohne in den Vordergrund rückt. Diese Zunahme entspricht mehr als dem Doppelten im Vergleich zum Vereinigten Königreich, wo die Erwähnung der Umwelt um 85 % gestiegen ist.

Vorkommnisse wie die Buschfeuer werden im Zuge der globalen Klimakrise mehr und mehr zunehmen. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie verstehen müssen, wie sich das auf ihre Mitarbeiter auswirkt und wie sich deren Erwartungen infolge ändern werden.

Wie kann man auf die Erwartung an Nachhaltigkeit reagieren

Der Klimawandel dringt immer mehr in jeden Bereich unseres Lebens ein, da überrascht es nicht, dass Angestellte von ihren Arbeitgebern entschiedenes Handeln erwarten. Was kann man als Organisation tun, um darauf zu reagieren?

Unternehmen müssen in größerem Rahmen denken und über Recycling und die gelegentliche Umweltaktion im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility (CSR)-Initiativen hinaus aktiv werden.

In den letzten Jahren hat CSR an Beliebtheit eingebüßt, da Angestellte wie Verbraucher mehr Transparenz von Unternehmen einfordern. Stattdessen sind ESG (Umwelt-, Sozial- und Governancekriterien) und die B-Corp-Unternehmenszertifizierung zu wichtigen Standards für die ökologischen und sozialen Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeit geworden.

Beide Optionen stellen Lösungen dar, die aussagekräftige unternehmerische Bemühungen für das Wohl der Welt messbar und sichtbar machen, indem sie Transparenz fördern.

Was ist die Erwartung Ihrer Mitarbeiter im Jahr 2020?

Unsere Daten belegen, dass es essenziell ist, die Erwartungen der Mitarbeiter zu verstehen, wenn man sie halten und die neuesten Talente anziehen möchte.

Dieser Artikel stellt nur einen kleinen Ausschnitt unserer Analyse der Erwartungen von Mitarbeitern für 2020 dar. Neben Nachhaltigkeit haben wir drei weitere zentrale Erwartungen für dieses Jahr identifizieren können — Erwartungen, die im Bereich des Möglichen liegen und erfüllt werden können.

Um mehr zu den anderen wesentlichen Erwartungen Ihrer Mitarbeiter zu erfahren, klicken Sie hier, um den vollständigen Bericht herunterzuladen.

Autor - Camille Hogg