Wie die Corona-Pandemie flexibles Arbeiten dauerhaft fördern wird

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Wie die Corona-Pandemie flexibles Arbeiten dauerhaft fördern wird

Innerhalb weniger Wochen hat sich die Welt grundlegend geändert. COVID-19 wirkt sich auf jeden Bereich unseres Lebens aus und mitten in all der vorherrschenden Unsicherheit ist eine Sache klar: „business as usual“ erleben wir gerade nirgendwo.

Im Zuge der Ausbreitung des Virus haben viele Organisationen Home-Office-Regelungen eingeführt, um den Betrieb weiterlaufen zu lassen und gleichzeitig ihre Mitarbeiter zu schützen.

Die ersten Wochen der Quarantäne sind schon vorbei und wir haben uns alle in unseren neuen Arbeitsalltag eingefunden. Wir pendeln zwischen Schlafzimmer und Arbeitszimmer, Esstisch und Couch. Wir bleiben mit anderen per Videokonferenz oder Kurznachrichten in Verbindung und versuchen, KPIs zu erreichen und wie gewohnt weiterzumachen. Wir versuchen, die Arbeit trotz der Umstände so gut und normal wie möglich zu erledigen.

Doch nichts ist normal. Obwohl es möglicherweise so aussieht, handelt es sich hierbei keinesfalls um flexibles Arbeiten — es ist das unflexibelste Arbeiten, das die Welt je erlebt hat.

Doch wenn die Pandemie vorüber ist und wir langsam wieder zur Normalität zurückkehren, werden viele Unternehmen die Werkzeuge und die Infrastruktur — und die Option — zur Verfügung haben, um flexibles Arbeiten Teil ihrer Unternehmenskultur werden zu lassen. Die Frage ist: Wie wird die Arbeit nach Corona aussehen und werden die Regelungen zum Arbeiten von zu Hause weiter bestehen bleiben oder wieder verschwinden?

Wie wir in unserem Employee Expectations 2020 Report herausgefunden haben, erwarten Angestellte weltweit in allen Regionen, Branchen und Generationen, dass die Arbeit für sie funktioniert. Wenn wir uns diese Daten genauer ansehen und sie nach Generation und Branche aufteilen, sehen wir, in welchen Bereichen Mitarbeiter ihre Meinung am stärksten dazu äußern.

Die Erwartung an flexibles Arbeiten steigt um 18 %

Allein im letzten Jahr hat die Erwartung Angestellter an flexible Arbeitsmodelle weltweit um 18 % zugenommen und Begriffe wie „Home-Office“ oder „flexible Arbeitszeiten“ tauchen immer häufiger in den Mitarbeiterkommentaren auf.

Wenn man jedoch etwas tiefer in die Daten eintaucht, wird deutlich, welche Generationen, Branchen und Länder mit dieser Erwartungshaltung vorangehen.

Flexibles Arbeiten taucht in den Kommentaren der Generation Z am meisten auf

Obwohl wir eine Zunahme des Trends von flexiblem Arbeiten in allen Branchen beobachten können, sehen wir die stärkste Zunahme bei Mitarbeitern der Generation Z, bei denen das Thema um 36 % in den Mitarbeiterkommentaren zugenommen hat. Nur eine Generation darüber, bei den Millennials, liegt die Zunahme ähnlich hoch mit 34 % — damit verzeichnen beide Generationen einen Anstieg, der zwei- bis dreimal so hoch ist, wie der ihrer Kollegen.

Die Generation Z und die Millennials sind in einer Zeit groß geworden, in der das Internet und Smartphones zur Normalität wurden, und so ist die Erledigung ihrer Arbeit für sie nicht auf die Grenzen des Büros beschränkt. Ihre guten technologischen Kenntnisse führen dazu, dass sie viel Wert darauf legen, von überall arbeiten zu können. Außerdem wissen sie es zu schätzen, wenn ihnen die Tools und die Autonomie dazu geboten werden.

Zusammengenommen machen beide Generationen heute 60 % der Arbeitnehmerschaft aus. Unternehmen, die sich jetzt nicht auf ihre Erwartungen einstellen und das schon in ihren Stellenanzeigen und im Einstellungsprozess zeigen, werden Schwierigkeiten haben, die nächste Generation junger Talente anzuziehen.

In der Transportbranche wird flexibles Arbeiten 52 % mehr diskutiert

Nicht alle Branchen sind gleich, wenn es um Flexibilität geht — und es sind die Branchen, in denen es keine Möglichkeiten für flexible Arbeitsmodelle gibt, die sich insbesondere zu diesem Thema äußern.

Im letzten Jahr haben die Erwähnungen von flexiblem Arbeiten im Transportwesen um 52 % und im Konsumgüterbereich um 51 % zugenommen.

Von Paketzustellung bis in die Ladenflächen: Viele Angestellte in diesen Branchen gehen Tätigkeiten nach, die nur vor Ort ausgeübt werden können, und es somit für die Mitarbeiter unmöglich machen, von flexiblen Regelungen zu profitieren.

Wie Fahrdienste wie Uber gezeigt haben, ist flexibles Arbeiten in der Gig Economy auch im Transportsektor möglich. Die Frage bleibt jedoch: Würden Angestellte bereitwillig ihre berufliche Sicherheit gegen höhere Flexibilität eintauschen?

In Deutschland und UK wird flexibles Arbeiten am meisten angesprochen

Die jeweilige Kultur vor Ort sowie die geografische Lage können sich sehr stark darauf auswirken, wie wir arbeiten. Wir müssen nur mal nach Finnland schauen, wo dieses Jahr ein neues Gesetz zu flexiblen Arbeitsregelungen erlassen wurde, und schon sehen wir, wie manche Länder flexible Modelle auf neue Art und Weise fördern und dabei die Angestellten ins Zentrum stellen.

Das Vereinigte Königreich und Deutschland sind die zwei Länder, in denen sich am stärksten zur Thematik geäußert wird. Über das Jahr beziehen sich hier 2 % aller Mitarbeiterkommentare darauf. In Neuseeland ließ sich der stärkste Anstieg von Mitarbeiterkommentaren zu dem Thema feststellen, hier gab es eine Zunahme von 44 % im Vergleich zum Vorjahr — das entspricht dem Doppelten im Vergleich zum globalen Durchschnitt.

Das Finnland-Modell ist für einige möglicherweise zu radikal. Dennoch führt es vor Augen, dass der Trend hin zu flexiblen Arbeitsregelungen global ist, auch wenn es von Land zu Land Unterschiede gibt. In Organisationen mit einer großen dezentralen Belegschaft, die in verschiedenen Regionen tätig ist, ist es essenziell, die Erwartungen der Mitarbeiter zu verstehen. Sonst werden Sie in Zukunft Schwierigkeiten haben, hohes Mitarbeiter-Engagement in der Organisation zu haben und die Mitarbeiter zu halten.

Wie kann man die Erwartungen erfüllen

Unsere Daten zeigen deutlich, dass flexibles Arbeiten längst kein Bonus mehr ist, sondern eine Notwendigkeit. Wenn wir wieder zur Normalität zurückkehren, wird diese Erwartung nur weiter steigen. 

Da die Mitarbeiter jetzt einen Vorgeschmack für das Arbeiten von zu Hause bekommen haben und Unternehmen erleben konnten, dass Produktivität auch ohne den direkten täglichen Kontakt mit den Mitarbeitern möglich ist, werden Angestellte künftig eher mehr Flexibilität erwarten.

Was können Organisationen also tun, um eine flexiblere Arbeitskultur in Zukunft einzuführen und dafür zu sorgen, dass sie für ihre Mitarbeiter funktioniert?

Der Schlüssel zum Erfolg wird hierbei Technologie sein. Viele Unternehmen haben die Hilfsmittel, die Infrastruktur und das Wissen, um erfolgreich Home-Office-Regelungen zu implementieren. In der Welt nach Corona werden Unternehmen auf die jetzt entworfenen Notfallpläne aufbauen, um solidere Regelungen einzuführen und den Mitarbeitern zu helfen, bei der Arbeit ihre Bestleistung abrufen zu können und gleichzeitig eine gute Work-Life-Balance zu genießen.

Die Werkzeuge bereitzustellen, ist eine Sache, die Kultur aufzubauen, eine andere. Wie uns die Corona-Pandemie gezeigt hat, geht es bei flexiblem Arbeiten um mehr als nur das Arbeiten von zu Hause arbeiten — es geht darum, eine Umgebung zu schaffen, in der Autonomie und gegenseitiges Vertrauen aufblühen können. Das kann nur durch Dialog erreicht werden. Unternehmen müssen jetzt mehr denn je auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter zu Hause eingehen, ihrem Feedback Aufmerksamkeit schenken und proaktiv nach möglichen Lösungen suchen.

Wissen Sie, was Ihre Mitarbeiter von Ihnen 2020 erwarten?

Wie unsere Daten zeigen, müssen Sie die Erwartungen der Belegschaft verstehen, wenn Sie die besten Mitarbeiter im Unternehmen halten und neue junge Talente anziehen möchten.

Dieser Beitrag stellt einen kleinen Ausschnitt unserer umfassenderen Analyse der Trends in den Erwartungen Ihrer Mitarbeiter für 2020 dar. In dieser Untersuchung konnten wir drei weitere Mitarbeitererwartungen für das Jahr 2020 ausmachen, die alle leicht umgesetzt werden können.

Um mehr über die wichtigsten Trends für 2020 zu erfahren, klicken Sie hier und laden Sie sich den vollständigen Bericht herunter.

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