Abtauchen in die Feiertagsstimmung: Holen Sie das Meiste aus der sinkenden Produktivität in der Vorweihnachtszeit heraus

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Abtauchen in die Feiertagsstimmung: Holen Sie das Meiste aus der sinkenden Produktivität in der Vorweihnachtszeit heraus

Es ist ein Gefühl, das selbst die größten Arbeitstiere unter uns befällt. Je näher wir der Weihnachtszeit kommen, umso festlicher — und unproduktiver — fühlen wir uns bei der Arbeit. Die Straßen der Stadt erstrahlen im Glitzerlicht der Weihnachtsbeleuchtung, die Aufregung für die Feiertage steigt und die Motivation für die Arbeit beginnt zu schwinden. Die Mitarbeiter verlassen das Büro früher — in dicke Schals gewickelt und mit festlicher Freude in ihren Augen erwarten sie die Feierlichkeiten dieser Jahreszeit mit ausstehenden Familienunternehmungen und noch zu erledigenden Einkäufen für den großen Tag.  

Wenn wir Mitte Dezember erreichen, steigt dieses Gefühl zu einem ohrenbetäubenden Crescendo an, das nach Mariah Careys “All I Want For Christmas is You” zu klingen scheint. 

Dies ist ein immer wiederkehrendes Phänomen der Weihnachtszeit, das im Englischen auch als sogenannter “holiday click-off” bezeichnet wird. Obwohl Angestellte im Dezember noch ihre Stunden im Büro ableisten, berichtet die Hälfte der Arbeitnehmer weltweit von einem Abfall der Produktivität zwischen dem 16. und 19. Dezember, wenn sie langsam anfangen, sich auf die Feiertage einzustellen. 

“Das Konzept des Click-off beschreibt, dass es zu einer Verlangsamung kommt, da die Mitarbeiter anfangen, in die Feiertagsstimmung einzutauchen,” sagt Michael Dean, Director of Employee Experience bei Peakon. “Dass Viele in dieser Zeit reisen, wirkt sich mindernd auf die Produktivität ihrer Kollegen aus. In dieser Jahreszeit kann man von seinen Mitarbeitern nicht dieselbe Leistung wie im Rest des Jahres oder gar zu Beginn eines Quartals erwarten.”

Jedes Jahr führen wir eine Umfrage durch, um herauszufinden, wann Angestellte das Gefühl haben, dass sich die bevorstehende Weihnachtszeit auf ihre Produktivität auswirkt. Dieses Jahr haben wir Daten von 12.000 Angestellten im Vereinigten Königreich, den USA und Deutschland gesammelt. 

Die Festlichkeit setzt für einige Angestellte früh ein

Einige Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie eine Reduktion ihrer Produktivität noch vor Anfang Dezember erwarten, und belegten so, dass die Weihnachtsstimmung ansteckend ist. Ungefähr 7 % der Angestellten in Deutschland und im Vereinigten Königreich haben den Eindruck, dass dieses Phänomen dieses Jahr besonders früh auftritt. In den USA steigt die Zahl derer, die früh in die Feiertage starten, auf 10 %. Da Ende November Thanksgiving für US-amerikanische Angestellte im Kalender steht, ist es leicht nachzuvollziehen, warum die Feiertagsstimmung in den USA etwas früher einsetzt.   

Angestellte verabschieden sich in Deutschland als letztes und in den USA als erstes in die Feiertage 

Unsere Ergebnisse zeigen, dass deutsche Angestellte des öffentlichen Dienstes als letztes in die Feiertage starten und bis zum 19. Oder 20. Dezember konzentriert an ihre Arbeit gehen. Damit weisen sie fünf produktive Tage mehr auf als Arbeitnehmer in den USA, wo die Produktion zwischen dem 15. Und 16. Dezember anfängt zu sinken. Die Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich liegen dabei mit einem geistigen Start in die Feiertage um den 18. Dezember herum in der Mitte. 

Dieses Sinken der Produktivität hat in allen drei Regionen am letzten Freitag vor Weihnachten ihren Höhepunkt. Zwischen dem 19. Und 20. Dezember beginnt nahezu ein Viertel der deutschen Arbeitnehmerschaft, sich auf die Feiertage einzustellen, in den USA und dem Vereinigten Königreich erwarten 20 % bzw. 21 %, in die Feiertagsstimmung einzutauchen.

Jüngere Arbeitnehmer sehen Abnahme der Produktivität früher im Monat

Wenn wir unsere Daten nach dem Alter der Beschäftigten sortieren, sehen wir, dass jüngere Arbeitnehmer dazu tendieren, früher als ihre erfahrenen Kollegen abzuschalten und geistig schon in die Feiertage zu entschwinden. 

In Deutschland ist dieser Unterschied weniger stark ausgeprägt als in anderen Ländern, in denen wir unsere Umfrage durchgeführt haben. Junge Arbeitnehmer zwischen 18 und 24 Jahre erwarten hier, ein bis zwei Tage früher als ihre älteren Kollegen ihre Produktivität herunterzufahren. 

In den USA taucht diese Kohorte gedanklich zwischen dem 15. Und 16. Dezember in die Feiertage ab, was ein bis drei Tage vor ihren älteren Kollegen ist. In Großbritannien tun die jüngeren Arbeitnehmer es ihren US-amerikanischen Pendants gleich, wobei hier die Konzentration der Altersklassen von 18 bis 24 und 25 bis 34 zum selben Zeitpunkt, zwei bis fünf Tage vor ihren älteren Kollegen, nachlässt.

Wie Sie die Motivation Ihrer Belegschaft auch in der Weihnachtszeit hochhalten

Diese Erkenntnisse sollen nicht dazu dienen, kulturelle oder altersbezogene Stereotypen und Vorurteile zu stärken. Sie deuten eher auf einen natürlichen Umgang der Mitarbeiter mit dem Druck der Arbeit während der Weihnachtszeit hin. Das Wichtige ist dabei Michael Dean zufolge, sich nicht auf die negativen Auswirkungen dieser Jahreszeit, sondern eher auf die gute Leistung Ihrer Mitarbeiter während des restlichen Jahres zu konzentrieren.

“Meine Schlussfolgerung ist, dass man darüber nachdenken sollte, welche Dinge man erledigen könnte, die von der üblichen Routine abweichen und gleichzeitig für einen reibungslosen Start im nächsten Jahr von Bedeutung sind”, schlägt er vor. “Es geht darum, die Begleiterscheinungen dieser Jahreszeit zu etwas Positivem zu machen.”

Obwohl diese Produktivitätsminderung für das Management frustrierend sein kann, müssen Führungskräfte sie anerkennen und mit ihr rechnen. Das kann bedeuten, dass sie die Geschwindigkeit etwas drosseln und ihre Prioritäten neu ordnen müssen.

“Als Führungskraft ist es wichtig, diese Stimmung einzuplanen und damit zu rechnen, dass es nicht ‘Business as usual’ sein wird”, erläutert er weiter. “Führungskräfte schalten ebenso während dieser Jahreszeit ab, deshalb ist es wichtig, Deadlines und Zielsetzungen entsprechend anzupassen, damit für diese Phase erreichbare Ziele gesetzt werden.”

Das könnte bedeuten, den Mitarbeitern mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit einzuräumen oder Planungen für das kommende Jahr vorzunehmen. Michael schlägt alternativ auch vor, das letzte Jahr und die gesammelten Erfahrungen in informellem Rahmen Revue passieren zu lassen.

Da diese Jahreszeit außerdem wie keine andere für das Schenken steht, empfiehlt Michael außerdem, den Mitarbeitern für ihre harte Arbeit während des Jahres ein wenig Anerkennung entgegenzubringen:

“Die Weihnachtszeit ist eine gute Zeit, um über die Leistung des Teams zu reflektieren und ihm Dankbarkeit zu zeigen. Danken Sie Ihren Mitarbeitern für ihre Bemühungen im vergangenen Jahr und heben Sie dabei die Momente hervor, in denen das Team einen besonderen Beitrag geleistet hat”, sagt Michael. “Sie können ihnen beispielsweise mit einer Karte danken oder ihren Dank in einem Vieraugengespräch zum Ausdruck bringen. Nutzen Sie die Weihnachtszeit als Anlass, Danke zu sagen und Anerkennung zu zeigen.”

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