Was sich Ihre Mitarbeiter dieses Jahr wirklich zu Weihnachten wünschen

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Was sich Ihre Mitarbeiter dieses Jahr wirklich zu Weihnachten wünschen

Zu dieser Jahreszeit erinnern wir uns gerne an die Zeiten, als wir als Kinder unsere Wunschlisten in der Hoffnung verfassten, dass wir uns dieses Jahr gut genug benommen haben, damit uns der Weihnachtsmann höchstpersönlich einen Besuch abstattet.

Auch wenn wir heute keine Wunschlisten für den Weihnachtsmann mehr anlegen, haben wir ein paar Jahrzehnte später immer noch Wünsche in der Weihnachtszeit — jetzt richten wir diese allerdings an unseren Arbeitgeber statt an den Weihnachtsmann.

Was hoffen die Mitarbeiter also dieses Jahr unter dem Weihnachtsbaum im Büro zu finden? Wir haben 6.000 Menschen in den USA, im Vereinigten Königreich und in Deutschland dazu befragt — und wir haben einen Schlitten voll mit Erkenntnissen aus der Befragung heute mitgebracht.

Alles, was die Mitarbeiter sich zu Weihnachten wünschen ist… mehr Geld

Es kommt möglicherweise wenig überraschend, dass das am häufigsten gewünschte Geschenk von Angestellten an ihren Arbeitgeber eine finanzielle Belohnung ist. Nahezu ein Drittel aller Angestellten in allen drei Ländern unserer Befragung wünschten sich eine Gehaltserhöhung, dicht gefolgt vom Jahresbonus an zweiter Stelle.

Im Vereinigten Königreich bevorzugen 56 % der Mitarbeiter eine finanzielle Belohnung gegenüber jeder anderen Entlohnung durch ihren Arbeitgeber. In den USA steigt diese Zahl sogar auf 62 % und in Deutschland entscheiden sich 48 % für das Geldgeschenk.

Obwohl die Arbeitnehmer eine Gehaltserhöhung möchten, sind sie nicht auf eine Änderung ihres Status oder ihrer Position im Unternehmen aus. In allen drei Ländern der Befragung zeigen die Teilnehmer eine vier- bis sechsmal höhere Wahrscheinlichkeit, nach einer Gehaltserhöhung statt einer Beförderung zu fragen. Da Organisationsstrukturen in den letzten Jahren zusehends flacher geworden sind, könnte diese Erkenntnis darauf hindeuten, dass die Aufstiegschancen heute nicht mehr so wichtig sind, wie sie einmal waren — und das Bedürfnis nach finanzieller Stabilität nimmt nun ihren Platz ein.

Angestellte wünschen sich mehr Freizeit und Flexibilität

Wenn die Motivation für die Arbeit langsam zur Weihnachtszeit nachlässt und die Mitarbeiter sich auf die Feiertage einstellen, liegt es auf der Hand, dass die Gedanken gen Freizeit wandern. 

Forschungsergebnisse zeigen, dass die Arbeitsumgebung ein wichtiger Faktor für das Mitarbeiter-Engagement ist — und das bezieht sich auch auf einen gelegentlichen Tapetenwechsel.

Aus diesem Grund wünschen sich Angestellte eher mehr Zeit außerhalb des Büros als eine verbesserte Arbeitsumgebung im Büro. In den USA wünschen sich 21 % der Angestellten entweder mehr Freizeit oder Möglichkeiten für flexible Arbeitszeiten und 4 % wünschen sich eine bessere Büroumgebung oder bessere Ausstattung. Nahezu ein Viertel der Arbeitskräfte im Vereinigten Königreich teilt dieses Gefühl und würde mehr Freizeit bevorzugen.

In Deutschland kommt das besonders deutlich zum Vorschein, wo 31 % der Befragten sich mehr Freizeit und flexiblere Regelungen für Arbeitszeit und -ort wünschen. Da an deutschen Arbeitsplätzen später als an den meisten anderen in die Feiertagsstimmung eingetaucht und von der Arbeit abgeschaltet wird, könnte dies ein Fingerzeig für deutsche Arbeitgeber sein, ihren Angestellten mehr entgegenzukommen und ihnen die nötige Freizeit in der Vorweihnachtszeit zu geben.

Angestellte wollen lieber Welpen als Beförderungen

Kaum etwas kommt dem nahe, seinen besten Freund auf vier Pfoten mit ins Büro bringen zu dürfen. Die Zahl von haustierfreundlichen Arbeitsplätzen, wie bei Google, Monzo und auch bei Peakon, nimmt zu und damit entsteht der Eindruck, als ob sich dieser Trend durchsetzen wird.

Unsere Befragungsteilnehmer stimmten zu und maßen der Möglichkeit, seinen Hund oder seine Katze mit auf die Arbeit bringen zu können, größere Bedeutung bei als einer Beförderung. 7 bis 8 % der Befragten wünschten sich ein Tier im Büro und nur 5 bis 7 % wünschten sich eine Beförderung. Dieser Unterschied mag nicht besonders groß sein, die flauschigen Vierbeiner liegen jedoch vor dem Karrierefortschritt vorn.

Forschungsergebnisse zeigen, dass Tiere im Büro auch gut fürs Geschäft sind — sie reduzieren nicht nur den Stress der Mitarbeiter, sondern steigern auch die Zufriedenheit und die Produktivität.

Mit einer Gehaltserhöhung kann ich also die Weihnachtswünsche meiner Mitarbeiter wahr werden lassen?

Nicht ganz. Der Umstand, dass Finanzen in dieser Jahreszeit für die Mitarbeiter an erster Stelle kommen, ist wenig überraschend. Wie wir ebenso in unserem kürzlich veröffentlichten Bericht Heartbeat: The Employee Voice herausfanden, ist die Bezahlung das ganze Jahr über Thema Nummer eins.

Obwohl die Mitarbeiter sich mehr Geld wünschen, heißt eine Gehaltserhöhung nicht, dass ihre Zufriedenheit damit steigt. Am Ende geht das auf die Arbeit des klinischen Psychologen Frederick Herzberg zurück.

Im Jahr 1959 veröffentlichte er eine der einflussreichsten Theorien zur menschlichen Motivation: Die Zwei-Faktoren-Theorie. Darin bestimmte er zwei unterschiedliche Arten der Motivation: extrinsische und intrinsische.

Extrinsische Motivation entstammt externen Belohnungen und Einflüssen. Das wäre beispielsweise, dafür bezahlt zu werden, einen Film zu sehen und zu bewerten. Intrinsische Motivation speist sich aus dem internen Wunsch, eine Aufgabe zu erledigen, da dies zu persönlicher Befriedigung führt. In unserem Beispiel könnte solche Motivation daraus entstehen, dass der Film vom Lieblingsregisseur gefilmt wurde oder man seine Meinung zum Film online mit anderen austauschen möchte. 

In seiner Studie fand Herzberg heraus, dass unzureichende extrinsische Anreize sich negativ auf die Motivation eines Mitarbeiters auswirken und zusätzliche extrinsische Motivatoren die Motivation nicht über ein Minimum steigern können. Das bedeutet, dass eine unzureichende Bezahlung der Mitarbeiter zweifelsohne zu Unzufriedenheit führt. Sie jedoch übermäßig zu bezahlen, wird gleichzeitig jedoch nicht zu einer zuvor ungekannt hohen Motivation führen. 

Stattdessen liegt der Schlüssel zur Zufriedenheit und zum Engagement der Mitarbeiter vielmehr darin, ihnen Aufgaben zu geben, für die sie intrinsische Motivation empfinden. 

Es ist nie zu früh, über die nächste Weihnachtszeit nachzudenken — deshalb haben wir hier drei Erkenntnisse zusammengestellt, die Sie mit in das Jahr 2020 nehmen können, um die Motivation Ihrer Mitarbeiter hochzuhalten.

Peakons Vorsätze für hohes Mitarbeiter-Engagement in 2020

1. Hören Sie Ihren Mitarbeitern zu

Effektive Kommunikation in Organisationen kann sich sehr stark auf das Mitarbeiter-Engagement auswirken, da sie ein Zugehörigkeitsgefühl erzeugt. Wenn Ihre Mitarbeiter das Gefühl haben, dass es einen Dialog auf Augenhöhe mit ihrem Manager und im Unternehmen im Allgemeinen gibt, bildet das die Grundlage für Transparenz und Vertrauen.

Als Manager können Sie Ihr Team dazu ermutigen, Feedback zu geben, regelmäßige Gespräche unter vier Augen anbieten und zeigen, dass Sie auf das Feedback eingehen. All das ist essenziell, um das Mitarbeiter-Engagement in Ihrem Team hochzuhalten.

2. Führen Sie konstruktive Gespräche über die Bezahlung

Obwohl eine Gehaltserhöhung nicht unbedingt die Zufriedenheit in der Weihnachtszeit steigert, lohnen sich offene Gespräche zum Thema Gehalt dennoch.

Angestellte kündigen nicht, weil sie sich nicht hinreichend entlohnt fühlen. Sie kündigen, wenn sie mit ihrem Manager nicht offen darüber sprechen können.

Wenn Arbeitnehmer das Gefühl haben, angemessen für ihre Bemühungen, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten entlohnt zu werden, schlägt sich das in ihrem Mitarbeiter-Engagement nieder. Allerdings ist dieses Gefühl allein nicht ausreichend, wenn sie nicht offen über das Thema mit ihrem Manager sprechen können. In diesem Fall kann ihr Mitarbeiter-Engagement absinken, bis sie sich schließlich entscheiden zu kündigen.

3. Zeigen Sie Wertschätzung für die Arbeit der Mitarbeiter

Einfache Maßnahmen können große Wirkung haben und zu deutlichen Verbesserungen des Mitarbeiter-Engagements führen — insbesondere in Bezug auf unser Gefühl, geschätzt zu werden. 

Wenn Manager Feedback geben und täglich ihre Mitarbeiter loben, steigt das Gefühl der Wertschätzung seitens der Mitarbeiter stark an. Wenn die Mitarbeiter verstehen, was sie gut gemacht haben, kann das ihre Motivation stark fördern. Und wenn Sie verstehen, was sie besser machen können, bietet ihnen das Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Das Prinzip von Wertschätzung ist jedoch ganz einfach zu zeigen, dass sie Ihnen am Herzen liegen und Sie ihren Beitrag zu schätzen wissen. Sie sollten sich also die Zeit nehmen herauszufinden, welche Art von Lob Ihre Teammitglieder bevorzugen.

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