Sechs Engagement-Aktivitäten für Ihre Belegschaft — egal, wo sie sich aufhält

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Sechs Engagement-Aktivitäten für Ihre Belegschaft — egal, wo sie sich aufhält

Die letzten paar Monate haben die Arbeitswelt für immer verändert. Mobiles Arbeiten ist nahezu über Nacht für viele Angestellte Normalität geworden. Unternehmen überlegen sich jetzt die Vorteile des vollständig mobilen Arbeitens oder auch Mischformen aus bürobasierter und mobiler Arbeit. Wie wir jedoch während des Lockdowns gesehen haben, bringt mobiles und teilweise mobiles (hybrides) Arbeiten neue Herausforderungen mit sich — wenn es darum geht, die Verbundenheit in der Belegschaft aufrecht zu erhalten, sowohl auf fachlicher als auch auf zwischenmenschlicher Ebene.

Das Erfolgsrezept, um diese essenziellen Beziehungen zu pflegen, liegt in gezielten Aktivitäten zur Förderung des Mitarbeiter-Engagements.

Solche Engagement-Aktivitäten verlangen, dass man sich Zeit nimmt und Ressourcen zur Verfügung stellt, damit die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen das Gefühl bekommen, sich gegenseitig zu unterstützen und bei der Arbeit erfüllt und motiviert zu sein. Zu solchen Aktivitäten zählen besonderen Unternehmungen, wie einige Tage wegzufahren und Offsites oder Teamevents zu veranstalten, aber auch regelmäßige Veranstaltungen, wie Yogaunterricht oder gemeinsame Feierabendgetränke, und Strukturen, die der gegenseitigen Unterstützung dienen, so zum Beispiel Mentorenprogramme.

Hohes Mitarbeiter-Engagement in- und außerhalb des Büros halten

Bis zu diesem Jahr wurde bei Aktivitäten zur Förderung des Mitarbeiter-Engagements immer davon ausgegangen, dass die Teilnehmenden sich am selben Ort aufhalten. Deshalb bestanden so viele dieser Aktivitäten in gemeinsamen Unternehmungen, an denen das Kollegium zusammen teilnimmt. Wie wir in letzter Zeit gesehen haben, wird das in Zukunft jedoch leider nicht mehr möglich sein. Viele Unternehmen denken jetzt über Arbeitsmodelle nach, die vollständig oder teilweise mobil gestaltet werden. Bei diesen Konzepten arbeitet ein Großteil der Belegschaft außerhalb des Büros.

Bei diesen Veränderungen der Arbeitswelt geht es viel darum, wie jeder und jede Einzelne alleine produktiv arbeiten kann. Es ist jedoch entscheidend, dass das nicht auf Kosten einer gemeinsamen Mitarbeiter-Experience geht. Die Loyalität und die Produktivität der Angestellten hängen davon ab, dass alle das Gefühl haben, gleichberechtigt behandelt zu werden und Chancengleichheit zu erleben. Deshalb braucht es Strukturen und Aktivitäten, die das Mitarbeiter-Engagement auch in einer vollständig oder teilweise mobilen Arbeitswelt fördern und nicht zwischen denen im Büro und denen außerhalb des Büros unterscheiden.

Ein entscheidender Faktor ist dabei, wie Organisationen die Beziehung zu ihren mobilen Teams pflegen. Erfahren Sie mehr dazu, welche grundlegenden Aspekte über den Erfolg oder Misserfolg eines Remote-Working-Ansatzes entscheiden.

Wie funktioniert Remote-Team-Building?

Beim Team-Building in Remote-Teams geht es darum, Kameradschaft aufzubauen, die Relevanz eines gemeinsamen Ziels und gemeinsamer Werte zu verstehen und das insbesondere in Teams, in denen die Mitglieder nicht am selben Ort arbeiten – und sich vielleicht nie persönlich kennenlernen werden.

Chronischer Fachkräftemangel hat mobiles Arbeiten zu einer Priorität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemacht. Die Option, von zu Hause zu arbeiten, macht das Beschäftigungsangebot nicht nur attraktiver, es erweitert auch den Kreis potenzieller Bewerber und Bewerberinnen. So können Unternehmen Teams mit den richtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten unabhängig davon zusammenstellen, in welcher Stadt oder in welchem Land sich die Mitglieder befinden. Größerer Einfluss auf die Work-Life-Balance zieht außerdem diverse Gruppen an und insbesondere auch solche, die länger nicht am Arbeitsmarkt tätig waren, weil sie entweder eine Familie gegründet oder sich eine Auszeit genommen haben.

Die Vorteile mobilen Arbeitens sind eng mit der Unternehmenskultur verwoben. Diese muss als verbindendes Element zwischen den Angestellten funktionieren und ihnen eine gemeinsame Identität bieten. Dazu zählen Aktivitäten zur Förderung des Mitarbeiter-Engagements, an denen ortsunabhängig teilgenommen werden kann. Unternehmen weisen höhere Produktivität auf, wenn ihre Angestellten ihre Kollegen und Kolleginnen als Freunde und Freundinnen ansehen und sie das zur Arbeit motiviert. Wenn es Spaß macht, miteinander  zu arbeiten, statt eine reine Notwendigkeit zu sein, fördert das das Mitarbeiter-Engagement und Produktivität.

COVID-19 gibt dem eine neue Bedeutung und rückt Remote-Team-Building stärker in den Fokus. War es vorher noch eine freiwillige Entscheidung, von zu Hause zu arbeiten, so ist es jetzt für viele eine Notwendigkeit. Viele schätzen jedoch das Arbeiten im Büro und die dazugehörigen Interaktionen mit den Kollegen und Kolleginnen. Deshalb ist es unerlässlich, dafür zu sorgen, dass der Teamgeist erhalten bleibt. Das schützt die Gesundheit und das Wohlbefinden der Belegschaft während der Coronavirus-Pandemie. Für Manager und Managerinnen ist diese Art der Engagement-Aktivitäten zu einem zentralen Bestandteil ihrer Arbeit als Führungskraft geworden. Es ist eine Aufgabe, die zusätzlichen Druck auf sie ausübt.

Mobile Team-Building-Aktivitäten

Arbeitsplätze und Unternehmenskulturen unterscheiden sich. Mobiles oder teilweise mobiles Arbeiten verbreitet sich und damit entstehen größere Unterschiede in den Arbeitsweisen der Organisationen. Maßnahmen zur Förderung des Zusammenhalts im Team müssen sich an der individuellen Unternehmenskultur und den Unternehmenswerten der Organisation orientieren. Das wichtigste ist jedoch, dass diese Aktivitäten Gemeinsamkeit und ein Zugehörigkeitsgefühl für alle Teilnehmenden erzeugen.

Was für Strategien zur Steigerung des Mitarbeiter-Engagements gibt es? Die folgenden sechs Engagement-Aktivitäten können sinnvoll sein, um diese Art des universellen Mitarbeiter-Engagements zu fördern.

1. Ein virtuelles Büro schaffen

Es gibt heutzutage eine Vielfalt verschiedener Technologien für Zusammenarbeit und Videotelefonie. Führungskräfte können bei Videokonferenzen zwischen Zoom, Skype, Microsoft Teams und Bluejeans wählen. Zur Förderung der Zusammenarbeit können Sie die Vor – und Nachteile von Dropbox, Box, WeTransfer, Sharepoint und Google Drive abwägen.

Trotz der großen Auswahl ist der effektivste Ansatz aus Sicht des Mitarbeiter-Engagements, sich auf eine Mischung von Plattformen zur Zusammenarbeit festzulegen, die Ihre virtuelle Büroumgebung am besten widerspiegelt — und die am besten für Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen funktioniert. Zu den wichtigsten Faktoren für virtuelle Tools gehören:

Klare und einheitliche Vorgaben, welche Plattformen für welche Zwecke verwendet werden. Das schafft eine konsistente Erfahrung für alle. 

  1. Eine Umgebung zu schaffen, in der die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf einfache Art und Weise Inhalte miteinander teilen, miteinander sprechen und sich sehen können, kann zwar alltägliche Interaktionen im Büro nicht ersetzen, aber es bietet eine Möglichkeit, dem näher zu kommen.
  2. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollten ermutigt werden, dieses virtuelle Büro zu nutzen — auch wenn sie sich dafür entschieden haben, zur Arbeit ins Büro zu gehen. Das ist sehr wichtig für den Erfolg des virtuellen Büros.

Eine konsistente Mitarbeiter-Experience für alle basiert auf einer gemeinsamen Arbeitsumgebung, sei es im Büro oder außerhalb im Rahmen in einer virtuellen Arbeitsumgebung.

2. Chat einrichten, der nichts mit der Arbeit zu tun hat

Im Büro entsteht Verbundenheit am häufigsten auf informelle Art und Weise: Gespräche über Themen, die nichts mit der Arbeit zu tun haben, schaffen essenzielle Verbindungen zwischen den Kollegen und Kolleginnen. Es ist wichtig, dass es auch in der virtuellen Arbeitsumgebung Gelegenheit für diese Interaktionen gibt. Legen Sie einen Kanal fest wie WhatsApp oder Slack, den die Angestellten während oder nach ihrem Arbeitstag nutzen können, um über nicht arbeitsbezogene Dinge zu sprechen und Zusammenhalt zu schaffen. Möglichkeiten dieser Art des informellen Austausches stellen bereits Engagement-Aktivitäten dar. Und ein solcher formloser Kanal schafft nicht nur ein Gemeinschaftsgefühl zwischen dem Kollegium, sondern fördert auch das Gefühl der Verbundenheit zur Organisation.

3. Machen Sie aus Online-Fortbildungen Engagement-Aktivitäten

Fähigkeiten auszubilden, ist ein wichtiger Schritt in der Karriereentwicklung. Mit Online-Lernplattformen wie Udemy, Coursera, LinkedIn Learning und Pluralsight haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jetzt mehr Möglichkeit denn je, Fähigkeiten von überall aus auszubilden. Das verschleiert bisweilen die Vorteile des gemeinsamen Lernens und die positiven Auswirkungen dessen auf das Mitarbeiter-Engagement.

Machen Sie aus Weiterbildungen Engagement-Aktivitäten, um diesen positiven Nebeneffekt zu nutzen. Beispielsweise können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen abwechselnd Weiterbildungen leiten. Dazu könnte ein Ansatz wie in einem Buchclub gewählt werden, bei dem ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin einen Kurs einer Online-Lernplattform vorschlägt und sich die Teilnehmenden später zur Nachbesprechung des Kurses treffen. Dabei können sie ihre Eindrücke des Kurses selbst weitergeben und besprechen, wie sie das Gelernte anwenden. Ein anderer Ansatz wäre, Experten zu einem bestimmten Thema im Team zu festzulegen, die in einstündigen Sitzungen ihr Know-how an andere weitergeben. Gemeinsames Lernen führt nicht nur zu besseren Lernergebnissen, es stärkt auch Empathie und Verständnis im Team.

4. Virtuelle Kaffeerunde

Mehr und mehr Meetings finden virtuell statt. Deshalb ist es wichtig, auch Möglichkeiten des informellen Austauschs zu bieten. Dazu bietet sich eine informelle Kaffeerunde an, um den Moment eines gemeinsam getrunkenen Kaffees, wie er im Büro möglich und üblich wäre, zu imitieren. Am besten sollten diese Treffen so geplant werden, dass ihr Zweck sofort erkennbar wird, zum Beispiel einmal die Woche mit genügend Zeit für Austausch, Spiele, etc. Eine andere Idee wäre, jede Woche so zu beginnen und abzuschließen – mit einer virtuellen Kaffeerunde am Montagmorgen und einer Happy Hour Freitagnachmittag. Solche eine regelmäßige informelle Runde gehört zu einer sehr effektiver und leicht umzusetzender Engagement-Aktivitäten.

5. Fitnesskurs in der Gruppe

Psychologen beobachten schon seit längerem die Verbindung zwischen körperlichem und geistigem Wohlbefinden. Viele traditionelle Engagement-Aktivitäten bauen in Form von körperlichen Aktivitäten genau darauf auf. Sie führen zu positiven gemeinsamen Erlebnissen und setzen eine Art von körperlicher Aktivität voraus, die Kreativität fördern kann.

In einer Welt des Social Distancing sowie des mobilen oder teilweise mobilen Arbeitens funktionieren diese körperlichen Aktivitäten möglicherweise nicht gleichermaßen für alle Angestellten. Fitnesskurse in der Gruppe können eine gute Alternative darstellen. Yoga-, Pilates- und Tanzkurse gibt es nun alle online. Wenn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die Lust darauf haben, regelmäßig wöchentlich an Kursen teilnehmen, kann das der virtuellen Arbeitsumgebung eine ganz neue Dimension geben.

6. Virtuelle Veranstaltungen für das ganze Unternehmen

Im Kontext mobilen oder teilweise mobilen Arbeitens werden herkömmliche Aktivitäten zur Förderung des Mitarbeiter-Engagements wie eine Kick-off-Veranstaltung, ein unternehmensweites Treffen oder eine interne Konferenz zu einer größeren Herausforderung. Gleichzeitig wird es jedoch auch deutlich wichtiger, Wege zu finden, Zusammenhalt für alle im Unternehmen zu erzeugen.

Wir haben dazu beispielsweise im Mai einen 26-stündigen Zoom-athon abgehalten, um Spenden für das Global Foodbanking Network zu sammeln. Dieses Event orientierte sich an unserem Unternehmenswert Be you. Be more. und verfolgte zudem das Ziel, unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in den schwierigen ersten Monaten der Ausgangssperre ein Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln. Dabei gaben Freiwillige aus dem Unternehmen abwechselnd 30-minütige Präsentationen in einer 26 Stunden andauernden Zoom-Konferenz. Die Themen waren dabei sehr unterschiedlich und umfassten die Geschichte des Hip-Hop ebenso wie einen Fotografiekurs oder eine Schnupperstunde im Bootbau.

Es wurde sehr deutlich, dass diese Gelegenheit, gemeinsam etwas zu tun, von allen in der Organisation sehr geschätzt wurde – und, dass dieses Gefühl einer gemeinsamen verbindenden Unternehmenskultur wichtiger ist, als sich ein Büro zu teilen. Im Rahmen des Zoom-athons hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, ihre kreative Seite auszuleben und etwas mehr über einander zu erfahren. Diese Erfahrung war sehr lehrreich und wir werden sie künftig auf Engagement-Aktivitäten anwenden – und wir können anderen nur ans Herz legen, dasselbe zu tun.

Autor - Camille Hogg