Warum Manager während COVID-19 häufiger auf Kommentare antworten

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Warum Manager während COVID-19 häufiger auf Kommentare antworten

In den letzten Monaten hat jeder von uns das Gefühl der Machtlosigkeit im Zuge der sich ausbreitenden Viruspandemie kennenlernen können. Als das Virus zunehmend die Nachrichten dominierte und der Begriff „Corona“ Teil unsere Alltagssprache wurde, wendeten wir uns an unsere Regierungen in der Hoffnung auf eine Antwort dazu, wie mit der Situation umzugehen sei.

Bei der Arbeit wird diese Rolle unseren Managern zuteil. Im Zuge zunehmender Unsicherheit und Angst um den eigenen Arbeitsplatz bieten Managerinnen essenzielle Unterstützung und Kommunikation, während sie gleichzeitig dieselben Sorgen mit sich austragen.

Obwohl sie auch nicht immer Antworten auf alle Fragen hatten, ist es das Wichtigste, dass sie schnell auf die Sorgen und Bedenken ihrer Teammitglieder reagiert und ihnen damit beiseite gestanden haben.

Zwischen März und Mai haben Führungskräfte mehr als 150.000 Antworten auf Kommentare ihrer Mitarbeiter, die sich auf die COVID-19-Pandemie bezogen, abgegeben. Wir haben diese Daten dahingehend analysiert, ob es Unterschiede im Antwortverhalten der Führungskräfte je nach Branche und Region gibt.

Antworten auf Corona-bezogene Kommentare im internationalen Durchschnitt dreimal häufiger

Wenn eine Mitarbeiterin einen Kommentar im Rahmen der Peakon-Umfrage hinterlässt, gibt es zwei verschiedene Wege, wie Führungskräfte darauf reagieren können: indem sie 1-Klick-Feedback oder einen Kommentar hinterlassen. Mit 1-Klick-Feedback zeigen sie dem Mitarbeiter, dass der Kommentar gelesen wurde, mit einem Antwortkommentar können sie ein Gespräch in Gang bringen.

Als im März weltweit Ausgangssperren verhängt wurden, reagierten Managerinnen mit 1-Klick-Feedback mit einer durchschnittlichen Rate von 16,5 % auf die Kommentare ihrer Mitarbeiter. Die durchschnittliche Antwortrate in Form eines Kommentars lag hingegen bei 4,5 %. Als die Mitarbeiterinnen jedoch zusehends stärker die Pandemie in ihren Umfragekommentaren zum Thema machten, schnellten die Antwortraten der Manager nach oben.

Im globalen Vergleich hinterließen Manager in dieser Zeit dreimal häufiger einen Kommentar und zweimal häufiger 1-Klick-Feedback als Reaktion auf Corona-bezogene Kommentare ihrer Mitarbeiterinnen als üblicherweise.

Im April schoss die Konversationsrate deutlich nach oben und verdoppelte sich im Vergleich zum üblichen Durchschnitt.

Diese Daten bieten wichtigen Aufschluss darüber, wie sensibel Führungskräfte doch ihren Teams und deren Sorgen in dieser Zeit gegenüber waren. Es wird jedoch noch um einiges interessanter und die Erkenntnisse detaillierter, wenn wir noch etwas tiefer in die Daten eintauchen.

Manager in der Finanzbranche antworten während der Pandemie am häufigsten auf Kommentare

In der Finanzbranche wurde ganz besonders häufig auf die Kommentare der Mitarbeiter reagiert.

Managerinnen in der Finanzdienstleistungsbranche zeigen seit März die stärksten Reaktionen auf die Kommentare ihrer Mitarbeiter. Hier werden auf 25,6 % der Mitarbeiterkommentare per 1-Klick-Feedback reagiert und auf 6,7 % mit einem Kommentar geantwortet. Direkt danach kommen die Technologie- sowie verschiedene andere Dienstleistungsbranchen, die ihnen in ihrer Reaktion auf die Kommentare der Mitarbeiter kaum etwas nachstehen.

Führungskräfte im Bereich Bildung haben während der Pandemie am häufigsten mit Kommentaren reagiert. Mit einer Antwort in Form eines Kommentares kann ein Dialog mit den Mitarbeiterinnen begonnen werden, wodurch sie das Gefühl bekommen, dass ihnen wirklich zugehört und ihr Feedback gelesen wird.

Die niedrigsten Antwortraten von Führungskräften in dieser Zeit sind in der Konsumgüterindustrie zu beobachten, was vermutlich an den unvermeidbaren Umsatzeinbußen in dieser Branche während der Ausgangssperre lag. Wenig überraschend ist, dass auch im Gesundheitswesen geringe Antwortraten auf Mitarbeiterkommentare zwischen März und Mai zu verzeichnen waren. Obwohl die allgemeinen Antwortraten in diesem Bereich gering waren, ist das Gesundheitswesen dennoch die einzige Branche, in der die Reaktionen von Führungskräften in dieser Zeit anstiegen. Zwischen März und Mai stiegen die Antworten von Führungskräften hier um das Zehnfache im Vergleich zu Beginn der Pandemie an.

Managerinnen in Australien und Neuseeland zeigen die höchsten Antwortraten auf Kommentare

In Ozeanien haben Manager auf ein Viertel der Kommentare ihrer Mitarbeiter geantwortet.

Zwischen März und Mai waren Führungskräfte in Ozeanien — darunter in Australien und Neuseeland — am aktivsten im Gespräch über die Pandemie, dort wurde auf nahezu ein Viertel aller Mitarbeiterkommentare mit 1-Klick-Feedback reagiert. In Nordamerika und Asien waren Managerinnen ähnlich aktiv und nutzten das Feature bei ca. 20 % aller Kommentare ihrer Mitarbeiter.

Ihr Pendant waren Führungskräfte in Afrika, Lateinamerika oder der Karibik, die am wenigsten auf die Kommentare ihrer Teammitglieder eingingen.

Warum Manager zur Unterstützung ihrer Teams Unterstützung der Organisation brauchen

Wie unserer Daten zeigen, sind Managerinnen weltweit sensibel mit der Situation umgegangen und haben ihren Teams in diesen unsicheren und besorgniserregenden Zeiten beigestanden.

Um das wirksam tun zu können, brauchen die Führungskräfte jedoch auch die Unterstützung des Unternehmens. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass die Organisationen bei der Rückkehr ins Büro regelmäßige, klare Kommunikation pflegen, die ihre Manager mit Informationen, Empfehlungen und Training dabei unterstützt, ihre Teams zu unterstützen.

So können Manager offen mit ihren Teams kommunizieren und sie über Entwicklungen aufklären, die sich möglicherweise direkt oder indirekt auf sie auswirken. Das gibt den Mitarbeiterinnen das Gefühl, dass ihnen vertraut wird, sie unterstützt werden und es vermittelt vor allem ein Sicherheitsgefühl.

Um mehr darüber zu erfahren, wie Manager die eigene Produktivität in Zeiten der Pandemie wahrnehmen, lesen sie diesen Artikel zur Produktivität von Managern.

Autor - Camille Hogg