Wir müssen über die Produktivität von Managern sprechen

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Wir müssen über die Produktivität von Managern sprechen

Wenn es darum geht, wir wir unser Management im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie wahrnehmen, hat es Publilius Syrus, Autor einiger der bekanntesten Maxime des römischen Reiches, vielleicht am besten gesagt: „Bei ruhiger See kann jeder das Steuer übernehmen.“

In letzter Zeit haben sich Unternehmen weltweit jedoch eher in kabbeligem Wasser wiedergefunden. Über Nacht mussten viele von uns die Rollen des Lehrers, Pflegers und Kochs übernehmen — und das während die Rolle des Mitarbeiters weiterhin gleichzeitig gespielt werden muss. Die See ist alles andere als ruhig.

Diese zusätzlichen Belastungen verlangen jedem viel ab — für Führungskräfte, die ihre Teams durch die Zeit von COVID-19 führen, sind die Kosten jedoch noch höher. Während der Pandemie wurde von Führungskräften erwartet, dass sie die Motivation und Produktivität in ihren Teams auf einem hohen Niveau halten und ihre Teammitglieder unterstützen, während sie gleichzeitig selbst gute Leistung bringen. Die Produktivität von Managern wird damit vor neue Herausforderungen gestellt.

Wir haben mehr als 15.000 Antworten von Managern analysiert, um herauszufinden, wie gut sie mit der Pandemie zurechtgekommen sind — die Antwort ist: Sie sind nicht zurechtgekommen.

64 % haben das Gefühl, dass die Produktivität von Managern falsch eingeschätzt wird

Wir haben ein spezielles Set an Fragen zur Zeit während der Coronavirus-Pandemie auf der Peakon-Plattform veröffentlicht, um unsere Kunden und ihre Mitarbeiterinnen zu unterstützen. Diese Fragen wurden von unserem Team der Organisational Development Science entwickelt und untersucht, wie die Angestellten eine Reihe von Faktoren wahrnehmen, darunter die Kommunikation ihres Unternehmens, die Bedeutung, die ihrer eigenen Sicherheit zugeschrieben wird, und wie viel Verständnis ihnen in dieser Zeit entgegengebracht wird.

Eine dieser Fragen misst, wie sehr der Befragte das Gefühl hat, dass die Organisation versteht, wie sich die Pandemie negativ auf seine Produktivität auswirkt:

[Unternehmen] versteht, wie sich die Pandemie möglicherweise auf meine Produktivität auswirkt.

Weltweit haben 64 % der Manager das Gefühl, dass ihre Organisationen nicht verstehen, wie sich die Situation aufgrund von COVID-19 auf ihre Produktivität auswirkt. Im Vergleich dazu teilen nur 58 % der Mitarbeiter ohne leitende Aufgaben dasselbe Gefühl.

Dieser Unterschied in den Erlebnissen von Teammitgliedern und ihren Führungskräften zeigt, dass Manager sich nicht genügend unterstützt fühlen und den Eindruck haben, dass ihre Unternehmen ihnen nicht vertrauen, ihre Arbeit auf eine Weise zu erledigen, die für sie funktioniert. Um allerdings herauszufinden, warum das so ist, müssen wir etwas tiefer in die Kommentare der Manager eintauchen.

Manager spüren den Druck, den längere Arbeitstage und ein höheres Arbeitspensum mit sich bringen

Als wir die 20 häufigsten Themen analysiert haben, die Führungskräfte in ihrer Antwort auf diese Frage angesprochen haben, stellte sich der Begriff Stunde als zweithäufigster heraus. Das deutet auf eine Differenz zwischen der erwarteten Arbeitslast und der Realität ihrer aktuellen Arbeitsumgebung hin.

Begriffe wie Druck und Arbeitspensum zeichnen ein noch klareres Bild — Führungskräfte fühlen sich überlastet.

Manager verwenden außerdem Begriffe wie Anforderung, Deadline und Herausforderung, was zeigt, dass ihre Arbeitssituation von zunehmendem Stress geprägt ist. Andererseits tauchen auch Begriffe wie Kinder auf und erinnern daran, dass auch Manager genauso wie ihre Teammitglieder in diesen außergewöhnlichen Umständen ihr Bestes geben.

Warum Sie jetzt handeln müssen, um Ihre Manager zu unterstützen — während COVID-19 und danach 

Die vergangenen paar Monate haben unser Verständnis von Arbeit grundlegend geändert und damit ebenso unser Verständnis davon, was Produktivität bedeutet, wenn wir an unterschiedlichen Orten arbeiten.

Führungskräfte weltweit haben jedoch nicht das Gefühl, dass ihre Organisationen verstehen, wie sich die Pandemie auf die Produktivität von Managern auswirkt. Im Spannungsfeld zwischen den Bedürfnissen ihres Teams, denen der Unternehmensführung und den Anforderungen ihres Privatlebens fühlen sie sich überlastet und nicht hinreichend unterstützt.

Manager sind aber eine wichtige Verbindung zwischen Ihrer Organisation und Ihren Mitarbeitern und damit ein entscheidender Erfolgsfaktor. Wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen nicht vertraut wird, dass sie nicht unterstützt werden und wenn sie keine psychologische Sicherheit empfinden, werden sie Ihre Mitarbeiter nicht effektiv anleiten und unterstützen.

Deshalb müssen Unternehmen beim Übergang zurück ins Büro ihre Führungskräfte zusätzlich unterstützen und Verständnis für ihre persönlichen und beruflichen Bedürfnisse zeigen. Vor allem sollten Organisationen sich weniger auf ihre KPIs und mehr darauf konzentrieren, gegenseitiges Vertrauens und Autonomie aufzubauen, die Managern dabei hilft, ihre Teams zu unterstützen.

Diese zwei Bausteine helfen Führungskräften, ihre Teams zu motivieren, zu inspirieren und zu unterstützen, und fördern Kreativität, Innovation und Produktivität.

Um mehr darüber zu erfahren, Führungskräfte die Pandemie von COVID-19 empfinden, klicken Sie hier.

Autor - Camille Hogg