Workplace Spotlight: Was Google bei der Unternehmenskultur alles richtig macht

Ross Brooks
Workplace Spotlight: Was Google bei der Unternehmenskultur alles richtig macht

Googles Unternehmenskultur steht stellvertretend für Mitarbeiter-Engagement. Der Tech-Gigant aus Silicon Valley erneuert seine Unternehmenskultur kontinuierlich und experimentiert mit ihr. Und das zeigt Wirkung: Das Unternehmen hat die Liste Fortune’s Best Companies to Work For sechs Jahre in Folge angeführt, 86 % seiner Angestellten sind mit ihrer Beschäftigung zufrieden und auf Glassdoor hat die Organisation eine Bewertung von 4,4/5. Wenn Sie mehr zu Branchen-Benchmarks erfahren möchten, sehen Sie sich Heartbeat by Peakon an, wo wir auf Peakon-Daten basierende Statistiken zum Mitarbeiter-Engagement veröffentlichen, damit Sie sehen können, wie sich Ihr Unternehmen im Vergleich zu seiner Branche schlägt.

Obwohl lustige und unterhaltsame Boni die Unternehmenskultur so bekannt gemacht haben, dass sogar ein Hollywoodfilm (Prakti.com, 2013) darüber entstanden ist, verbirgt sich mehr hinter Googles Ansatz zum Mitarbeiter-Engagement als kostenloses Essen und Haustiere im Büro. Laszlo Bock, Googles ehemaligem Senior Vice President of People Relations, zufolge: „Wenn man all diesen Kram wegnehmen würde…hätte man am Ende immer noch dasselbe Unternehmen, dieselbe Kreativität und Innovationskraft.“

Die Geschichte

In ihren Zimmern im Studentenwohnheim der Stanford University bauten die beiden Studenten Sergey Brin und Larry Page eine Suchmaschine, die die Bedeutung jeder einzelnen Webseite im World Wide Web bewerten konnte, sie nannten sie „Backrub“. Drei Jahre später im Jahr 1998 investierte Andy Bechtolsheim, Mitgründer von Sun Microsystems, in das Projekt. Backrub wurde zu Google, inspiriert von „Googol“, dem Namen der Zahl 10100.

Heute ist Googles Muttergesellschaft Alphabet eines der wertvollsten Unternehmen weltweit. Die Produkte von Google – von YouTube zur Google Suche – werden von Milliarden Menschen weltweit genutzt.

Unternehmensmission

Obwohl Googles inoffizielles Motto „Nicht böse sein“ verständlich und recht leicht umzusetzen ist, die offizielle Mission des Unternehmens „die Informationen der Welt organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar machen“ ist es schon weniger. Nichtsdestotrotz ist die Komplexität der Aufgabe attraktiv. Die meisten Mitarbeiterinnen sagen, dass diese Mission, nicht die Boni und Zusatzleistungen, sie motiviert und ihr Mitarbeiter-Engagement auf hohem Niveau halten. In den Worten von Bock: „Man findet selten einen Arbeitsplatz, wo jeder die Mission tatsächlich kennt. Und dann auch noch von ihr überzeugt ist.“ Das ist der Fall, weil es ein ehrenwertes und inspirierendes Ziel ist, so identifizieren sich die Mitarbeiter damit.

Google employee working on their laptop in a quiet space

Bock erklärt, dass das, „was Google wirklich ausmacht, ein starker Fokus auf Daten, eine große Bereitschaft zum Ausprobieren, der Schwerpunkt auf den Nutzern und ein unglaublicher Pool an Talenten ist: Zusammen schafft das eine Umgebung, in der die Angestellten sich selbst herausfordern, sich neue, interessante Dinge einfallen zu lassen.“

Zentrale Unternehmenswerte

Eine Reihe klarer Unternehmenswerte ist ein wichtiger Schritt hin zu einer gesunden Unternehmenskultur, die sich von anderen abhebt. Googles zentrale Unternehmenswerte wurden erstmalig festgehalten, als das Unternehmen gerade mal ein paar Jahre existierte. Seitdem haben sich sehr wenige dieser Unternehmenswerte geändert. Wir haben hier einige der „Zehn Grundsätze von Google“ aufgeführt:

  • Der Nutzer steht an erster Stelle, alles Weitere folgt von selbst.
  • Es ist am besten, eine Sache so richtig gut zu machen.
  • Demokratie im Internet funktioniert.
  • Seriosität braucht keinen Anzug.
  • Gut ist nicht gut genug.

Diese Grundsätze zeigen, wie ein Google-Mitarbeiter aussehen könnte: ein Spezialist in seinem Gebiet, der sich auf den Nutzer konzentriert; demokratisch; ernsthaft und ehrgeizig. Klar definierte Werte können Unternehmen dabei helfen, die Personen einzustellen, die zur Unternehmenskultur passen und dabei helfen, wichtige Verhaltensweisen zu festigen.

Google employee with two dogs in the office

Googles Unternehmenskultur

Googles Unternehmenskultur ist flexibel (die Mitarbeiter sollen arbeiten, wann und wie es ihnen passt), bietet Spaß (Büros haben Ruheecken mit Liegen für Nickerchen bei Bedarf, Viedeospiele und Tischtennis) und sie basiert auf einer Vertrauensbasis. Zusammenarbeit hat einen hohen Stellenwert – sogar soweit, dass die Mitarbeiterinnen aufgefordert werden, sich gegenseitig im Rahmen des Programms „Googler to Googler“ zu coachen. Im Rahmen des Programms können wichtige berufliche Fähigkeiten wie Rhetorik und Management aber auch andere Aktivitäten wie Kickboxen  geübt werden.

Ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen, ist einer der ersten Schritte, um eine positivere Unternehmenskultur zu schaffen. Zahlreiche Mini-Küchen, die überall auf dem Google-Gelände zu finden sind, sind eine Methode, wie das Unternehmen seine Belegschaft näher zusammenbringt. Pausenbereiche bieten die Möglichkeit, sich zum Mittagessen zusammenzusetzen. So entsteht nicht nur Gemeinschaft, sondern es wird zudem die Effizienz gefördert (die Mitarbeiter verlassen erst gar nicht das Gebäude oder verlieren Zeit auf der Suche nach dem richtigen Ort für das Mittagessen) und es bietet Gelegenheit für Innovation. Bock zufolge befassen sich die Gespräche in diesen Pausenbereichen normalerweise mit der Arbeit – mit Produkten, Nutzern und neuen Ideen.

Two Google employees hanging out in one of the company's micro-kitchens

Google vergibt außerdem Preise für Kreativität und ermutigt seine Mitarbeiter aktiv, innovativ zu sein. Im Google X Labor werden die Mitarbeiterinnen aufgefordert, das Unmögliche Wirklichkeit werden zu lassen, und für Fehlschläge belohnt. Rückschläge werden als eine Lernmethode und ein notwendiger Schritt dafür angesehen, dass die Mitarbeiter über sich hinauswachsen. Wenn keine Angst vor Bestrafung oder Spott besteht, fühlen sich die Mitarbeiterinnen sicherer. Außerdem wirkt gegenseitige Unterstützung stärker und besser als eine von der HR-Abteilung vorgeschriebene Weiterbildung zu dem Thema.

Laszlo Bock beschreibt Googles Ansatz in seinem Buch Work Rules wie folgt:

Alles, was es braucht, sind Personen, die von Grund auf gut sind — und genug Mut, um Ihre Mitarbeiter wie Unternehmer statt Maschinen zu behandeln. Maschinen erledigen ihre Aufgaben, Unternehmer tun, was auch immer notwendig ist, um den Erfolg ihrer Teams und ihres Unternehmens sicherzustellen.

Vertrauen ist die Grundlage für den Erfolg von Googles Unternehmenskultur. Eine der größten Herausforderungen für eine positive Unternehmenskultur ist tatsächlich, sich vom Top-down-Management zu verabschieden, das den Mitarbeiterinnen grundsätzlich jede Vertrauenswürdigkeit abschreibt. Warum sollte man nicht stattdessen den Mitarbeitern Verantwortung übertragen und ihnen die Ressourcen und die Freiheiten zur Verfügung stellen, die sie brauchen, um ihre Aufgaben zu erledigen?

Was können wir von Googles Ansatz lernen?

  • „Die unaufhörliche Suche nach besseren Antworten steht nach wie vor im Zentrum all unseren Handelns.“ Googles kontinuierliche Innovation macht seinen Erfolg aus. Überdenken Sie Ihr Mission Statement oder legen Sie eins an, das Ihr Unternehmensziele wirklich wiederspiegelt und Sie und Ihre Mitarbeiter stetig herausfordert. 
  • Selbst wenn Sie sich kein volles Catering leisten können, Googles Mini-Küchen können nachgeahmt werden. Fügen Sie noch einen Esstisch hinzu, an dem die Mitarbeiter ihr mitgebrachtes Mittagessen essen können und sich dabei unterhalten können. Das ist eine einfache und effektive Art und Weise, die Kommunikation unter den Mitarbeitern zu fördern und ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen.
  • Google nutzt sein gesamtes Talent voll aus, indem die Mitarbeiterinnen sich gegenseitig unterrichten. Wöchentliche Sessions, in denen Fähigkeiten ausgetauscht und weitergegeben werden, sind ein guter Weg, eine Kultur des Wissensaustausches aufzubauen und Zusammenarbeit zu fördern.
  • Google ist kontinuierlich innovativ, weil seine Mitarbeiter das Gefühl haben, Versuch und Irrtum sind in Ordnung. Schaffen Sie eine sichere Umgebung, in der Rückschläge akzeptiert werden – und ermutigen Sie Ihre Mitarbeiterinnen, nicht nur aus ihren eigenen Fehlern sondern auch aus denen der anderen zu lernen.
  • Googles wöchentliche Runde mit Fragen und Antworten dient dazu, der Belegschaft künftige Projekte vorzustellen, und bietet gleichzeitig Gelegenheit für die Mitarbeitern, dem oberen Management Fragen zu stellen. Seien Sie transparent – Ehrlichkeit gegenüber den Mitarbeiterinnen schafft Vertrauen. Wenn alle das Gefühl haben, Bescheid zu wissen, entsteht Zusammenhalt.

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