5 Vorhersagen über die Arbeitswelt von 2021

5 Vorhersagen über die Arbeitswelt von 2021

Niemand hätte vorhersagen können, wie turbulent das Jahr 2020 werden würde. Die Coronavirus-Pandemie hat bereits bestehende Trends verstärkt und gleichzeitig neue hervorgebracht. Obwohl es universelle Hoffnung weltweit gibt, dass 2021 einen Wendepunkt darstellt, werden einige dieser Veränderungen nachhaltig sein und uns weiterhin begleiten.  

Die offensichtlichste Konsequenz für Unternehmen ist die Anzahl der Mitarbeiter im Home-Office. Diese Entwicklung war allerdings bereits länger absehbar. In einem Bericht aus dem Jahr 2019 stellte Buffer fest, dass 99 % der Angestellten von zu Hause arbeiten würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Da nun so viele von uns die Erfahrung machen konnten, wird sich diese Zahl wahrscheinlich nicht stark verändern.

Eine Lektion, die Unternehmen 2020 mitnehmen konnten, war, das Unerwartete zu erwarten. Nach diesem Jahr mit den meisten unerwarteten Wendungen in jüngerer Geschichte vorhersagen zu treffen, mag närrisch erscheinen. Wir bei Peakon sind jedoch auf adaptive und agile Erkenntnisse spezialisiert. Auf Grundlage unseres Datensatzes mit über 140 Millionen Antworten aus Mitarbeiterbefragungen haben wir hier fünf Richtungen erarbeitet, wie sich 2021 entwickeln könnte.

1. Unternehmen müssen für Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion Verantwortung übernehmen

Das erneute Erstarken der Black-Lives-Matter-Bewegung im Jahr 2020 hat Ungerechtigkeit und Diskriminierung stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Jahrelang haben wir beobachten können, dass der Wunsch nach mehr Diversität und Inklusion seitens der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen stärker wurde. Dieser Trend wurde jetzt noch beschleunigt und nun verlangen auch Kunden, Investoren und Vorstände nach Maßnahmen in diesem Bereich. 

Beim Übergang in das Jahr 2021 muss deutlich werden, dass Ihre Unterstützung auf den Sozialen Medien mehr war als nur heiße Luft. Unternehmen müssen jetzt proaktiv und datenbasiert Maßnahmen ergreifen, um ihre Strategien zu Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion umzusetzen. Dazu müssen sie ihre aktuelle Situation überprüfen, kontinuierlich die Wirksamkeit ihres Ansatzes bewerten und Vertrauen zu ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aufbauen.

Das ist nicht nur aus ethischer Sicht richtig, es zahlt sich auch finanziell aus. Die Vorteile eines gut durchdachten Ansatzes zur Förderung von Diversität, Chancengerechtigkeit und Inklusion sind nicht zu leugnen — Unternehmen können es sich nicht leisten, das im nächsten Jahr außer Acht zu lassen.

2. Burnout wird zu einem bedeutenden Risikofaktor für Kündigungen

2020 hat gezeigt, wie wichtig es ist, Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu fördern. In einer Umfrage von mehr als 8000 Angestellten weltweit stellte Peakon fest, dass am Ende des vergangenen Jahres 29 % der Arbeitnehmer kurz vor einem Burnout standen. Viele von ihnen hatten keine andere Wahl, als sich durch 2020 zu kämpfen. Sie werden jedoch den Preis dafür im Jahr 2021 zahlen. Somit wird Burnout zu einem sehr realen Kündigungsrisiko.

Angestellte im Gesundheitswesen und anderen systemrelevanten Berufen wurden sehr stark von der Pandemie beeinflusst und erlitten Burnout auf neuem Niveau. Eltern hatten Schwierigkeiten, den Anforderungen von Beruf und Kinderbetreuung gerecht zu werden — Frauen waren dabei stärker betroffen als Männer. Dabei hatten Frauen der schwarzen oder lateinamerikanischen Community stärkere Lasten zu schultern als weiße Mütter. Führungskräfte litten ebenso, während sie ihre Teams durch die Krise führten.  

In einer Umfrage von mehr als 8000 Angestellten weltweit stellte Peakon fest, dass am Ende des vergangenen Jahres 29 % der Arbeitnehmer kurz vor einem Burnout standen.

Peakon

Zum Glück ließ sich auch Positives im Jahr 2020 beobachten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützten sich gegenseitig. Unserem COVID-19 Impact Report zufolge hatten die Befragten das Gefühl, dass ihre geistige Gesundheit in der ersten Jahreshälfte von 2020 besser unterstützt wurde (um 5 % besser). Unternehmen sollten stolz darauf sein. Gleichzeitig sollten sie jedoch nicht außer Acht lassen, dass noch viel vor ihnen liegt.

Wenn die Pandemie schließlich vorüber sein wird, bleiben die negativen Folgen, die sie auf das Wohlbefinden der Belegschaft gehabt hat. Burnout kann zu Fehlzeiten, verringerter Motivation und schließlich Kündigungen seitens der Angestellten führen. Um das zu verhindern, müssen Unternehmen proaktiv handeln und die richtigen Regelungen jetzt einrichten.  

3. Mobiles Arbeiten wird bleiben

Spoiler Alert: 2021 wird nicht das Ende des mobilen Arbeitens sein. Der Ball ist ins Rollen gebracht und es gibt keinen Weg zurück. Was uns dieses Jahr ein für alle Mal gezeigt hat, ist, dass mobiles Arbeiten wirklich funktionieren kann — auch wenn nur für einige.

Das bedeutet nicht, dass sich Arbeitsmodelle im Jahr 2021 nicht weiterentwickeln werden. Höchstwahrscheinlich werden wir zunehmend mehr sogenannte „hybride Arbeitsmodelle“ sehen. Dabei wird den Angestellten mehr Flexibilität in ihrer Arbeitsweise geboten und sie können frei wählen, ob sie lieber von zu Hause oder im Büro arbeiten möchten, je nach dem, welche Aufgaben für den Tag anstehen.  

Wenn der physische Arbeitsplatz keine Anforderung des Alltags mehr ist, wird er sich ebenso verändern. Es wird keine Notwendigkeit mehr geben, einen Schreibtisch für jeden und jede bereitzustellen. Büros werden neu gedacht und auf Zusammenarbeit, Meetings und soziale Zusammenkünfte ausgelegt. Damit bieten sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Möglichkeit, der potenziell sinkenden Verbundenheit innerhalb des Unternehmens entgegenzuwirken, die im Rahmen des verstärkten mobilen Arbeitens auftreten könnte.

4. Arbeitsplatzpolitik ist tot, lang lebe sie

Seitdem es Büros gibt, gibt es auch Bürocliquen. Doch nur weil sich das Arbeitsmodell ändert, heißt es nicht, dass die Politik des Arbeitsplatzes verschwindet. Sie wird sich viel eher verändern und anpassen. Plattformen wie Slack bieten Möglichkeiten, dass sich alle in einer Organisation auf Augenhöhe äußern können und gehört werden. Sie bergen aber genauso die Gefahr, dass manche Stimmen einfach untergehen.

Im Jahr 2021 muss dieser Thematik Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die Gefahr besteht darin, dass das soziale Gefüge des Arbeitsplatzes sich durch die Angebote von Kurznachrichtendiensten nicht abschwächen, sondern vielmehr verstärken. Ohne die Möglichkeit von persönlichem Kontakt — von Gesprächen im Büro bis hin zu gemeinsamen Unternehmungen nach der Arbeit — besteht die Gefahr, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die im Home-Office eingestellt werden, von den Kollegen und der Unternehmenskultur ausgeschlossen werden. Das trifft insbesondere auf Führungskräfte zu, die sich in ein bereits bestehendes Team einfügen müssen.

Es ist wichtig, sich darüber bewusst zu sein, dass zunehmende Größe das Problem nur verschlimmert. Je größer das Unternehmen, desto größer die Gefahr für die Sichtbarkeit der Angestellten. Wenn Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mittels intelligenter Feedbacktechnologie zuhören, finden Sie heraus, wo die Lücken sind und wo die Meinungen Einzelner untergehen — und so lässt sich dem entgegenwirken.

Workplace predictions for 2021 illustration; woman remote working

5. Fehlende Entwicklung schadet dem Mitarbeiter-Engagement

Obwohl 2020 allgemein als schwierige Zeit erklärt wurde, haben wir bei Peakon eher beobachten können, dass die Engagement-Werte in nahezu allen Bereichen gestiegen sind. Alle bis auf einen: die berufliche Weiterentwicklung. Die Bewertungen unserer Frage nach der beruflichen Weiterentwicklung stagnierten weltweit.

COVID-19 hat zweifelsohne beeinträchtigt, mit wie viel Zuversicht Angestellte ihrem Fortkommen entgegensehen. In vielen Fällen haben Zwangsurlaub oder die Aussicht auf den Verlust der Arbeitsstelle ihre Pläne der beruflichen Entwicklung durcheinander gebracht. In anderen Fällen schienen die eigenen Fähigkeiten an Relevanz zu verlieren. Die Pandemie hat die Entwicklung hin zur Digitalisierung deutlich beschleunigt. 

Das Risiko ist im Jahr 2021, dass Unternehmen sich stark auf neue Arbeitsmodelle konzentrieren und dabei die Entwicklungs- und Lernbedürfnisse ihrer Angestellten hinten an stellen. Das wird zum Katalysator für frustrierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die das Gefühl bekommen können, selbst hinten an gestellt zu werden. Das wiederum senkt das Mitarbeiter-Engagement und die Produktivität.

Weiterbildung und Weiterentwicklung sind unerlässlich, um die Entwicklung der Angestellten zu fördern. Unternehmen müssen sich außerdem schnell darauf einstellen, ihre Belegschaft digital zu schulen. Sie müssen sie mit den notwendigen Fähigkeiten und dem Wissen unterstützen, das sie brauchen, ganz gleich, wo sie arbeiten.

2021 die Zukunft der Arbeit prägen

Diese fünf Vorhersagen können zweierlei Dinge bedeuten. Entweder werden sich Unternehmen über mögliche Fallstricke bewusst und verwandeln sie in Gelegenheiten für Positives. Oder diese werden nicht gehört und gesehen und führen schließlich zu niedrigem Mitarbeiter-Engagement und zu Kündigungen seitens der Angestellten.

Der beste Weg, diese Probleme direkt anzugehen? Am besten eignet sich dazu eine Plattform für aktives Zuhören, so wie Peakon.  

Unabhängig davon, wie sehr die genannten Annahmen auch tatsächlich so eintreten, Anpassungsfähigkeit steht in diesem Jahr an erster Stelle. Die Unternehmen, die sich am besten schlagen, werden jene sein, die sich agil zeigen und schnell auf die Sorgen und Nöte ihrer Belegschaft eingehen können. Dabei sind die Echtzeit-Erkenntnisse, die Peakons Engagement-Umfragen bieten, von unschätzbarem Wert.

Wenn Sie Ihr Unternehmen in ein mitarbeiterzentriertes Unternehmen verwandeln möchten, buchen Sie eine Demo mit unserem Peakon-Team. Gemeinsam meistern wir das Unerwartete.