Ein Ratgeber zu transparenter Vergütung und veröffentlichten Gehältern

Michael Dean
Ein Ratgeber zu transparenter Vergütung und veröffentlichten Gehältern

Die Veröffentlichung der Gehälter in einem Unternehmen wird oftmals als angsteinflößend für alle Beteiligten dargestellt. Detraktoren sprechen sich zwar für Transparenz im Unternehmen aus, die Veröffentlichung des eigenen Gehalts ist jedoch nervenaufreibend und lässt uns verletzlich fühlen. Das Datenleck bei Sony und die Gehaltsliste von Google-Mitarbeiterin Erica Baker sind zwei Beispiele, wo Gehaltstransparenz weder der Organisation noch den Mitarbeitern gut tut.

Ist Gehaltstransparenz wirklich so schlecht?

Setzen wir an dem größten Problem an, das Transparenz zu bekämpfen sucht: das Lohngefälle zwischen den Geschlechtern. In den USA gibt es ein paar Tech-Unternehmen wie Pinterest und  SumAll von Squarespaces ehemaligem CEO Dane Atkinson, die mit offenen Gehältern große Fortschritte zur Lösung dieses Problems machen. Erstere haben eine Überprüfung der Gehälter seiner Mitarbeiter angekündigt und letztere die Gehälter jedes Mitarbeiters ganz offen allen im Unternehmen zur Verfügung stellen.

Salesforce ist Vorreiter in dieser Problematik, sie kündigten an sicherstellen zu  wollen, dass ihre weiblichen Mitarbeiter ihren männlichen Pendants gegenüber in Bezug auf ihre Karrierefortschritte, Entwicklungsmöglichkeiten und Gehälter gleichberechtigt sind. Dem CEO Marc Benioff zufolge hofft das Unternehmen, dies mittels einer Überprüfung der Gehälter aller 16.000 Mitarbeiter zu erreichen.

Diese Anstöße für gesellschaftlichen Wandel werden in Großbritannien jetzt auch rechtlich gestützt. Viele Jahre lang hat die britische Regierung Unternehmen aufgefordert, die Differenz zwischen den durchschnittlichen Gehältern ihrer weiblichen und männlichen Mitarbeiter zu veröffentlichen. Auf freiwilliger Basis haben das jedoch nur fünf Unternehmen getan (darunter Tesco und PwC). Seit 2018 ist jetzt jedoch jedes Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern verpflichtet, diese Differenz zu veröffentlichen.

Buffers transparenter und einfacher Ansatz

Transparenz ist das Herzstück der Unternehmenskultur von Buffer. Wie viele Arbeitgeber war auch Buffer zunächst skeptisch in Bezug auf die Offenlegung der Gehälter ihrer Mitarbeiter und fürchtete die möglichen Folgen dieser Entscheidung. Dennoch ging das Unternehmen proaktiv mit dieser Herausforderung um und veröffentlichte nicht einfach nur einen Haufen Zahlen, den sie allen im Unternehmen zur Verfügung stellten.

Bei Buffer wird Transparenz ganz großgeschrieben – von den Einnahmen, Zahlen zu Nutzern, Informationen zur Geschäftsleistung und vielen mehr. Sogar die Neuigkeiten für Investoren werden auf ihrem Blog veröffentlicht. Außerdem ist es wesentlicher Bestandteil ihrer Unternehmenskultur, das gesamte Team täglich über persönliche Fortschritte zu informieren – so wird Verantwortung geschaffen. Und jeder Mitarbeiter kann auch die simple Formel einsehen, die zur Berechnung der Gehälter verwendet wird.

Buffer hat nicht nur diese Formel, sondern auch die einzelnen Gehälter aller Mitarbeiter in der Hoffnung veröffentlicht, so das Vertrauen zu schaffen, das für gute Teamarbeit unabdingbar ist.     In fact, Buffer made this as well as all the individual salaries public, hoping it might encourage other companies to create an atmosphere of trust that is the foundation of great teamwork. Bei öffentlichen Gehältern geht es in erster Linie um Transparenz und diese Transparenz schafft wiederum für Vertrauen. Als ganz und gar „offenes Unternehmen“ hat Buffer es geschafft, das riesige Potenzial transparenter Gehaltsstrukturen voll und ganz auszunutzen und damit die Barrieren zwischen den und auch innerhalb der Teams abzubauen.

Die Vorteile von Gehaltstransparenz

Produktivitätssteigerung

Forschungsergebnisse zu Gehaltstransparenz zeigen, dass offene Gehaltsstrukturen im Vergleich zu geheimen Gehältern sich langfristig positiv auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirkt. Studien zeigen, dass Mitarbeiter oft dazu tendieren, die Gehälter ihrer Kollegen zu überschätzen. Das mindert ihre Zufriedenheit im Job langfristig und das trifft immer zu, wenn Gehälter geheim gehalten werden.

Geschlechtliche Gleichberechtigung

Wie bereits erwähnt, schaffen transparente Gehälter frauenfreundliche Arbeitsplätze. Das shat nicht nur eine größere Zahl weiblicher Bewerberinnen für offene Stellen zur Folge, sondern bestärkt Frauen auch darin, ihre Gehälter auf Augenhöhe mit ihren männlichen Kollegen zu verhandeln. So helfen transparente Gehälter stark, das „Verhandlungsgefälle“ zwischen den Geschlechtern, das sich bis heute hält, zu schließen.

Bessere Stellenwahl

Transparente Gehälter zu haben, kann Ihren Einstellungsprozess beschleunigen, da die Bewerber wissen, was sie zu erwarten haben. So ist es weniger wahrscheinlich, dass die Kandidaten im Verhandlunsgprozess abspringen und stellt eine harmonischere Karriere im Unternehmen sicher.

Inc. fand heraus, dass Angestellte häufig die Gehälter ihrer Vorgesetzten unterschätzen und die ihrer Kollegen überschätzen, wenn die Gehälter nicht offengelegt werden. Das führt dazu, dass die größten Leistungsträger im Unternehmen von ihren künftigen Gehaltsperspektiven demotiviert werden. Andere verkomplizieren Gehaltsverhandlungen in Folge dieser Annahmen, da sie denken, weniger als ihre Kollegen zu erhalten.

Mögliche Nachteile

Unsicherheit

Obwohl viele Unternehmen auf den Zug transparenter Gehälter aufspringen, sorgen sich andere über die möglichen negativen Folgen, die das mit sich bringt. Nicht jedes Unternehmen ist gleich, deshalb kann nicht immer eine positive Reaktion seitens der Mitarbeiter erwartet werden. Die größte Frage ist: Treiben transparente Gehälter eher einen Keil zwischen die Angestellten oder bessert es die Stimmung im Unternehmen?

Neid

Eine der größten Sorgen ist die vor Neid zwischen den Mitarbeitern. Es gibt die Vertreter der Auffassung, dass die Gehiemhaltugn der Gehälter ein Fall von „was man nicht weiß, macht einen nicht heiß“ ist. Wenn Angestellte jedoch erfahren, dass ihre Kollegen mehr oder dasselbe wie sie für eine mehr oder weniger äquivalente Tätigkeit verdienen, fühlen sie sich nicht geschätzt und werden neidisch.

Alles eine Frage der Balance

Für Organisationen, für die radikalere Ansätze wie der von Buffer und Whole Foods nicht in Frage kommen, wäre die Veröffentlichung aggregierter Gehaltsinformationen eine gute Variante, die Vorteile transparenter Gehälter für sich zu nutzen. Statt die genauen Zahlen von Einzelpersonen preiszugeben, kann dabei eine Gehaltsspanne angegeben werden oder ein Durchschnittswert für eine bestimmte Position im Unternehmen.

Mit diesem System können Mitarbeiter sehen, wie Gehälter berechnet werden und welches künftige Gehaltspotenzial für sie besteht. Die leistungsstärksten Mitarbeiter werden dadurchc motiviert, dass sie nun wissen, dass ihr Talent auch entsprechend belohnt wird. Manager könne so auf der anderen Seite ihren Mitarbeitern klar kommunizieren, worauf sie sich konzentrieren müssen, um eine Gehalterhöhung zu bekommen.

Die Fairness der Gehaltsstruktur ist den meisten Mitarbeitern wichtigster als zu wissen, was genau die Kollegen verdienen. Vor diesem Hintergrund können transparente Gehälter Zweifel falsche Annahmen ausräumen.

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