Eine effektive Feedbackkultur schaffen

Sarah Gloeckner
Eine effektive Feedbackkultur schaffen
Feedback ist ein zentraler Bestandteil einer Arbeitsumgebung, die hohes Mitarbeiter-Engagement fördert. Neben einem konstruktiven Prozess brauchen Unternehmen eine Infrastruktur, die Feedback fördert. Wir wollen uns hier mit zwei Aspekten dieser Infrastruktur auseinandersetzen: Kultur und, wie Sie diese in Ihre Organisation integrieren können. Eine Feedbackkultur, ist dann gegeben, wenn sich jeder und jede wohl dabei fühlt, Feedback zu geben. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollten sich ebenso wie ihre Führungskräfte sicher fühlen und auf die guten Absichten der anderen vertrauen können. Sie sollten Beziehungen haben, die von gegenseitigem Respekt geprägt sind. Sie sollten mit einander verbal und nonverbal so umgehen, dass sie auf das Wohl des anderen achten. Wenn Sie ein Beispiel wollen, wie Sie es nicht tun sollten, dann sehen Sie sich Ryan Airs berüchtigten CEO Michael O’Leary an, der seine Angestellten als „faule Säcke“ bezeichnet. Positives Feedback sollte großzügig gegeben werden, um gute Arbeit zu unterstreichen und zu fördern. Negatives Feedback sollte konstruktiv weitergegeben werden, damit die empfangende Person es als für ihre eigene Entwicklung förderlich wahrnimmt. Der gesamte Feedbackprozess sollte zur Normalität werden, damit es ein kontinuierlicher Prozess ist, statt eines kurzen intensiven Inputs wie es bei jährlichen Feedbackrunden der Fall ist. Außerdem ist es gut, wenn alle im Unternehmen daran gewöhnt sind, täglich Feedback zu geben oder zu erhalten. Beispiele für anhaltendes Feedback können ganz unterschiedlich sein und umfassen Komplimente für eine Präsentation genauso wie regelmäßige Pulsbefragungen. Letztere werden häufiger verwendet, um Kundenfeedback beispielsweise am Ende eines Telefonats zu erhalten. Tools for gathering feedback at heathrow

Ein Beispiel, wie kontinuierlich Feedback im Heathrow-Airport gesammelt wird [Quelle]

Durch die Sozialen Medien hat die Idee von Feedback als Währung an Bedeutung gewonnen. In diesem Kontext haben die vergebenen Likes einen Belohnungseffekt für den Empfänger. Wir sind der Meinung, dass ein ähnliches Modell auch im beruflichen Kontext funktionieren kann. Wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einander Feedback geben, dann sorgt das auf individueller Ebene für ein Gefühl von Anerkennung und Weiterentwicklung. Unternehmensweit fördert Feedback die kollegialen Beziehungen. Eine Organisation kann dazu einen formalen Prozess entwerfen oder ein Instrument nutzen. Ein Startup namens Rypple (später Work.com, dann Salesforce) hat seine Produkte auf den Ansätzen von „Gamification“ und Social Media aufgebaut. Dieses System ermöglicht es den Angestellten, einander Feedback zu geben, das entweder als öffentlich oder privat eingestellt werden konnte, damit sie ihre Fortschritte besser überprüfen konnten. Es enthielt auch ein Punktesystem mit Medaillen-Meilensteinen, auf die hingearbeitet werden konnte. Ein solches Tool macht sofortiges Feedback einfacher und bietet das Gefühl von Anerkennung auf unterhaltsame Weise. the negative cycle when feedback breaks down

Arbeitsplätze mit negativer Atmosphäre führen oft zu Abwärtsspiralen und Vertrauensverlust [Quelle]

Wie kann man aber nun als Manager in einem Unternehmen eine Feedbackkultur schaffen? Das wichtigste ist, dazu die Unternehmenskultur genauso unter die Lupe zu nehmen und anzupassen. In einer negativen Arbeitsumgebung profitieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht von Feedback, weil ihnen die positive Umgebung fehlt, um es konstruktiv aufzunehmen. Ohne diese Sicherheit kann Feedback eine Negativspirale auslösen. Deshalb muss zu aller erst eine sichere Umgebung geboten sein, um eine Feedbackkultur zu schaffen. Führungskräfte können damit beginnen, diesen sicheren Raum zu schaffen und von ihren direkt unterstellten Teammitgliedern Feedback zu erfragen. Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen und negatives Feedback konstruktiv vorbringen. Dann sollten sie Feedback in den Alltag einpflegen, um es zu normalisieren. Wenn eine Feedbackkultur erst einmal etabliert ist, können Prozesse eingerichtet werden, um Feedback und Anerkennung auszutauschen. Das kann mit Hilfe einer technologischen Lösung geschehen oder ganz einfach mit einem simplen öffentlichen Brett, an dem die Angestellten einander positive Notizen hinterlassen können. In etablierten Unternehmen existieren diese Prozesse möglicherweise bereits, sie sollten dennoch überprüft werden, um sicherzustellen, dass sie so einfach und häufig wie möglich zum Einsatz kommen.