Anerkennung zeigen, ohne tief in die Tasche zu greifen

Michael Dean
Anerkennung zeigen, ohne tief in die Tasche zu greifen

Es sollte keinen Zweifel daran geben, dass Anerkennung von großer Bedeutung ist. Untersuchungen von Bersin von Deloitte zeigen, dass Unternehmen mit einer Anerkennungskultur 31 % weniger Mitarbeiterfluktuation aufgrund freiwilliger Unternehmensaustritte haben. Die Art und Weise, wie man den Mitarbeitern Anerkennung entgegen bringt, sollte jedoch gut durchdacht sein.

Studien, die noch auf den Forscher Frederick Herzberg und seine Arbeit aus den 1960er Jahren zurückgehen, zeigen ebenso wie die Daten, die wir bei Peakon heutzutage verwenden, dass außerordentliche Leistung und anhaltendes Mitarbeiter-Engagement durch eine hohe Übereinstimmung zwischen der Tätigkeit und der intrinsischen Motivation einer Person entstehen. Die Einführung extrinsischer Faktoren – wie finanzieller Belohnungen – kann in diesen Fällen kontraproduktiv sein. Mitarbeiter, die Großartiges vollbringen, weil „sie sich danach fühlen“, empfinden es als unerwünscht, wenn sie in ein externes Belohnungssystem integriert werden.

Ein weiterer Fallstrick ist das Schaffen einer Bevormundungskultur. Wie Robert Leverling in seinem Klassiker der Managementlehre, A Great Place To Work, erklärt, können Mitarbeiter schnell das Gefühl bekommen, durch Belohnungen und Geschenke kontrolliert zu werden und können dies als Affront in Bezug auf ihre persönliche Würde und ihren Stolz wahrnehmen.

Was in diesem Fall von Nöten ist, ist Leistung so anzuerkennen, dass die Mitarbeiter wissen, dass ihre Bemühungen gesehen werden, ohne die Prozesse, die zu dieser Leistung führen, zu stören oder ungesunde, bevormundende Beziehungen zu schaffen. Zum Glück ist das sogar noch besser umzusetzen, wenn große Boni und Prämien dabei nicht im Spiel sind.

Wer, wann für was zu belohnen ist

Wie in Bezug auf gute Komik auch gesagt wird: alles eine Frage des richtigen Timings. In diesem Sinne sind formale Belohnungssysteme nicht besonders zielführend. Eine Auszeichnung für etwas, das im letzten Quartal geleistet wurde, die mittels einer internen Mail und nicht durch den Manager selbst vergeben wird, zeigt, dass es eigentlich niemanden interessiert – außer möglicherweise den Mitarbeiter der HR-Abteilung, der für das Auszeichnungsprogramm zuständig ist.

Wenn gute Arbeit in der letzten Woche geleistet wurde, dann sollte die Anerkennung dafür vom Teamleiter unmittelbar kommuniziert werden. Lob und Belohnungen sollten um eine klare Erklärung ergänzt werden, inwiefern die Arbeit insbesondere zum Fortschritt des Teams beiträgt. Die Mitarbeiter wissen das höchstwahrscheinlich schon, es ist aber hilfreich zu zeigen, dass die Anerkennung auf einer objektiven Einschätzung beruht – das unterstützt die Erreichung vorgegebener Ziele.

Ein vollständig subjektive Auszeichnung kann wie bereits erwähnt zu einem Gefühl der Bevormundung führen. Wenn Sie als Manager stets schlecht planen, ihren Mitarbeitern in letzter Minute Arbeit auftragen und sie dann für die langen Arbeitstage belohnen, die nötig sind, um diese Vorgaben einzuhalten, wird die Belohnung ganz klar als Instrument der Besänftigung der Mitarbeiter wahrgenommen. Das vermittelt den Eindruck, dass die Arbeit für den Manager und nicht das Unternehmen erledigt wird – und das ist einer der schnellsten Wege, Mitarbeiter zu einer Kündigung zu bewegen!

Anerkennung unter Kollegen ist oft am effektivsten, um die Mitarbeiter zu motivieren. Denn unsere direkten Kollegen wissen ganz genau, was für uns ein Erfolgserlebnis ist – etwas, auf das wir stolz sind und dessen Erreichung uns einiges gekostet hat.

Ideen für günstige Belohnungen, die auch gewünscht sind

Die beste Belohnung ist nicht einmal eine richtige Belohnung, sondern eigentlich eine Frage guter Manieren, die im schnelllebigen Umfeld leicht aus den Augen verloren werden: regelmäßig ein ehrliches „Dankeschön“ und „gute Arbeit“ zu äußern. Bersins Untersuchungen von Organisationen mit einer „Anerkennungskultur“ zeigen, dass solche Kulturen nicht auf umfangreichen Bonusprogrammen basieren, sondern die Mitarbeiter in diesen Unternehmen einfach wissen, dass ihr Manager und ihre Kollegen ihre Arbeit wahrnehmen.

Das Prinzip von Anerkennung ist zu zeigen, dass man sich interessiert, deshalb muss jede Belohnung unbedingt zeigen, dass Sie sich genug interessieren, um zu wissen, was dem Mitarbeiter gefallen könnte. Wir alle hatten schon einmal Weihnachtsgeschenke, die wir nicht wollten und die uns den Eindruck vermittelt haben, der/die Schenkende hat keine Vorstellung davon, was uns gefällt. Solche Geschenke zeigen nur, dass die Person wusste, dass sie uns irgendetwas schenken sollte.

Aus diesem Grund können allgemeine Ratschläge – außer Danke zu sagen – hier kontraproduktiv sein. Hier sind jedoch ein paar Tipps, um Ihre Fantasie anzuregen:

  • Hat die Person eine Vorliebe für einen bestimmten Wein oder ein bestimmtes Craft-Bier? An einem Freitagnachmittag an ihrem Schreibtisch aufzutauchen, um sich zu bedanken und ihr eine gute Flasche von etwas, das sie wirklich mag, zu geben, ist immer besser als ein teureres Geschenk, das ihr keine besondere Freude bereitet.
  • Ist die Lieblingsband oder der Lieblingskünstler gerade auf Tour? Wie wäre es dann damit, den Mitarbeiter zu fragen, ob er oder sie als Dankeschön ein Konzertticket haben möchte? Ebenso verhält es sich mit schwer zu erstehenden Karten für eine Konferenz. Sie können den Mitarbeiter fragen, ob Interesse besteht, und ihm/ihr sagen, dass sie ein Ticket für sie organisieren.
  • Möglicherweise haben Sie einen Mitarbeiter, der gerne kocht oder das Gitarre spielen lernt. Sie können ihm/ihr ein paar Stunden in einem Kochkurs oder Musikunterricht schenken, damit er/sie noch mehr aus dem Hobby herausholen kann.
  • Sie könnten Ihr Team auch zum Mittagessen einladen und ihnen erklären, dass Sie damit Ihre Anerkennung für die großartige Leistung eines Mitarbeiters zeigen möchten – als Team können so alle dafür ein schönes Mittagessen genießen.

Sie werden merken, dass all diese Vorschläge auf einer gewissen Nähe zu Ihren Mitarbeitern beruhen. Neben besonderen Gesten ist das vielleicht einer der besten Wege, Anerkennung entgegen zu bringen – zu zeigen, dass Sie sie für ihre Arbeit aber auch als Menschen schätzen und gerne Zeit mit ihnen verbringen.

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